Mein alter Kollege Ottmar reiste am Freitag an und wollte mit mir die Stadt erkunden. Da das Spiel für Sonntag angesetzt war, hatten wir viel Zeit, um die schönen Dinge der Stadt zu erleben. Einem kurzen Kneipenbummel am Freitag, folgte am Samstag eine Hafenrundfahrt bei orkanartigen Windböen und Hochwasser im Hamburger Hafen. Zum Aufwärmen ging es am Abend erstmal zu einer kleinen Party und anschließend wurde das nächtliche St. Pauli sehr genau unter die Lupe genommen.

Nach einer kurzen Nacht, ging es dann zeitig wieder in Richtung Stadt, denn neben der Spielvorbereitung, musste ja auch noch das Gepäck verstaut werden. Anschließend trafen wir noch einige Jungs bei Hunger und Durst und machten uns dann auf den Marsch durch den Volkspark. Irgendwie waren alle da, außer Jan-Ove, dem ich von hier aus „Gute Besserung“ wünsche. Janny, seh´ zu das Du wieder auf den Damm kommst!

Im Stadion angekommen, gab es erstmal eine kurze Einweisung und dann ging es ab in die Blöcke. Nachdem ich schon als vermisst galt, freuten sich alle, dass ich es dann doch noch rechtzeitig zum Spielbeginn auf meinen Platz schaffte. Für eine ausgiebige Begrüßung blieb allerdings keine Zeit, denn schon mit der ersten gefährlichen Aktion des Spiels konnten die Hamburger in Führung gehen. Nach Vorarbeit von Piotr Trochowski konnte Paolo Guerrero den Ball mit dem Kopf zum 1:0 einnetzen. So wurde aus der Begrüßung im Block gleich ein schallender Torjubel! Ein Auftakt nach Maß. In der Folgezeit hatten die Rothosen, wie schon in Wolfsburg, das Spiel unter Kontrolle, konnten aber nur wenige Chancen herausspielen. Zum Ende der ersten Halbzeit kamen die Frankfurter dann immer besser ins Spiel. Nach einem Abseitstor und zwei weiteren Großchancen, waren die Hamburger mit der 1:0-Führung zur Pause gut bedient. Auch wenn man am Donnerstag 120 Minuten gespielt hat, darf sich eine Profimannschaft so ein Spiel nicht so einfach aus der Hand nehmen lassen. Viel zu oft haben wir bei solchen Spielen schon wichtige Punkte liegen lassen.

Das schien auch Huub Stevens seinen Mannen in der Pause gesagt zu haben, denn unsere Jungs kamen sehr engagiert aus der Kabine und brannten wahrlich ein Feuerwerk ab. Mit guten Chancen im Minutentakt war ein weiteres Tor nur eine Frage der Zeit, aber würden wir davon genug haben? Diese Frage wurde in der 57. Minute von Nigel de Jong beantwortet, der einen Freistoß unserer 23 aus fünf Metern ins rechte Eck einköpfte.

Trotz der weiter ausgebauten Führung blieb die Partie spannend. Insbesondere als Kyrgiakos die Eintracht aus dem Nichts mit einem Kopfballtor in der 70. Minute noch einmal heran brachte. Wieder ließ sich der HSV ein sicher geführtes Spiel aus der Hand nehmen und baute den Gegner sogar noch auf. Mit Beginn der letzten Viertel Stunde hatten die Rothosen ihre Schwächephase überwunden und konnten mit einem weiteren Tor von Guerrero und

einem Treffer von Mohamed Zidan einen sicheren 4:1 Erfolg einfahren.

Wir hatten ein wirklich tolles Fußballspiel gesehen, das der HSV verdient, wenn auch etwas zu hoch gewonnen hat. Allerdings zeigt das Ergebnis, dass die Hamburger, trotz des Auftritts in Wolfsburg, das Tore schießen nicht verlernt haben und nun mit einem guten Gefühl nach Leverkusen fahren können. Zumindest werde ich dieses am Donnerstag haben, wenn wir in der Kölner Vorstadt um die nächste Runde im UEFA Cup kämpfen. Denn in der Liga stehen wir jetzt auf dem dritten Platz, und damit vor der Werkself.

Trotz der Niederlage waren die Frankfurter Fans im Zug noch großartig drauf und feierten als hätte ihre Elf das Spiel gewonnen.

Kepp commercials and politics out of football!