Die Premiere der Doppelspitze Chatrian und Rissenbeek ist geglückt: Seit dem 20. Februar 2020 waren wieder in mehreren Berlinale-Sektionen Filme zu sehen. Ein Preis, nämlich der im Jahr 1987 geschaffene Alfred-Bauer-Preis, wurde dieses Jahr nicht vergeben. Denn durch Recherchen der Wochenzeitung „Die Zeit“ war bekannt geworden, dass Bauer während der Zeit des Nationalsozialismus wahrscheinlich eine bedeutende Position innehatte.

Als wichtigster Wettbewerb der Berlinale gilt der Internationale Wettbewerb, in dem es die Bären-Auszeichnungen zu gewinnen gibt: 18 Filme konkurrierten um den goldenen und die silbernen Bären. Morgen endet die Berlinale 2020 mit dem sogenannten Publikumstag.

Berlinale-Wettbewerb 2020
Dieses Jahr war der britische Schauspieler Jeremy Irons Präsident der Jury. Filme mit ihm waren 2011 und 2013 bei der

Berlinale zu sehen. 1991 bekam er einen Golden Globe und einen Oscar als bester Hauptdarsteller für seine Rolle in „Die Affäre der Sunny von B.“ (1990).

Außerdem waren neben Irons Mitglieder der Berlinale-Jury die argentinisch-französische Schauspielerin Bérénice Bejo, die deutsche Produzentin Bettina Brokemper, die palästinensische Regisseurin Annemarie Jacir, der US-amerikanische Drehbuchautor und Regisseur Kenneth Lonergan, der italienische Schauspieler Luca Marinelli sowie der brasilianische Filmkritiker, Regisseur und Programmer Kleber Mendonça Filho.

Der Goldene Bär 2020 im Internationalen Wettbewerb der Berlinale ging an die deutsch-tschechisch-iranische Koproduktion „Sheytan vojud nadarad“ (deutsch: „Es gibt kein Böses“) des iranischen Regisseurs Mohammed Rassulof. Er fehlte, weil er keine Reiseerlaubnis erhalten hatte. Der goldene Bär und die weitere Bären-Trophäen wurden am heutigen Abend, 20. Februar 2020, feierlich übergeben.

Silberne Bären gewonnen haben:

1. Beste Regie: Hong Sangsoo für „Die Frau, die rannte“
2. Bestes Drehbuch: Fabio und Damiano DʼInnocenzo für „Favolacce“ (deutsch: „Schlechte Geschichten“)
3. Bester Darsteller: Elio Germano für „Volevo nascondermi“ (deutsch: „Ich wollte mich verstecken“)
4. Beste Darstellerin: Paula Beer für „Undine“
5. Herausragende künstlerische Leistung: Jürgen Jürges (Kamera) für „DAU. Natasha“
6. Großer Preis der Jury: „Never Rarely Sometimes Always“ von Eliza Hittman

Als bester Erstlingsfilm wurde „Los conductos“ des kolumbianischen Regisseurs Camilo Restrepo geehrt, eine lobende Erwähnung erhielt in dieser Sparte der deutsche Film „Nackte Tiere“ von Melanie Waelde.

Der sogenannte Panorama Publikumspreis für den besten Spielfilm wurde vergeben an die serbische Produktion „Otac“ von Srdan Golubovic und der Panorama Publikumspreis für den besten Dokumentarfilm an „Welcome to Chechnya“ des US-amerikanischen Regisseurs David France.

Der Goldene Ehrenbär für ihr Lebenswerk wurde der britischen Schauspielerin Helen Mirren überreicht. Zudem wurde sie während der diesjährigen Berlinale mit einer Hommage geehrt, in der fünf Filme mit ihr gezeigt wurden.

Ausführliche Informationen zur Berlinale 2020 und zu den Gewinnerinnen und Gewinnern aller Sektionen gibt es unter www.berlinale.de.