Hansjörg Thurn ist der Regisseur von „Beate Uhse – Das Recht auf Liebe“. Auf den ZDF-Internetseiten ist ein Interview mit ihm über die Recherchen zum Film zu sehen. Es trägt den Titel „Ein klischeefreier Blick war mir wichtig!“. Von Franka Potente gibt es ebenfalls ein Interview-Video zu sehen, das betitelt ist mit „Sie (Beate Uhse, m.) hat den Frauen eine Stimme gegeben“. Henry Hübchen spielt Georg Tauber den Anwalt von Beate Uhse. Ihm hat Malte Weber für das ZDF sechs Fragen gestellt:

ZDF: Was hat Sie gereizt, in diesem historischen Film mitzuspielen?
Henry Hübchen: Zum einen, mit wenig Maskenaufwand, das Altern meiner Figur zu zeigen. Außerdem natürlich die Zusammenarbeit mit den Produzenten, mit Regisseur Hansjörg Thurn und Franka Potente als Beate Uhse.
ZDF: Was hat ihnen der Name Beate Uhse vor dem Film gesagt?
Hübchen: Beate Uhse war für mich eigentlich nur ein Heimwerkerladen für Sexualpraktiker, mit Gummipenissen, Reizwäsche, Gleitgel und so weiter.
ZDF: Hat sich Ihr Bild von Beate Uhse durch die Arbeit am Film geändert? Gab es Überraschungsmomente?
Hübchen: Ja sicher. Aber ich weiß nicht: War sie eine Kapital akkumulierende Unternehmerin oder war sie eine Aufklärerin oder war sie beides? Der Film wird es uns erzählen.
ZDF: Was hat sich Ihrer Meinung nach durch Beate Uhse für die deutsche Gesellschaft geändert?
Hübchen: Darüber habe ich noch keine Untersuchungen angestellt.
ZDF: Gab es irgendwelche Geschehnisse, Ereignisse oder Anekdoten während der Dreharbeiten, an die Sie sich besonders erinnern?
Hübchen: Gräber sowjetischer Soldaten, die unbeachtet auf einer Grünfläche neben unserem Drehort, dem Wittenberger

Rathaus, hinter dem Cateringwagen zu entdecken waren. Junge Männer zwischen 20 und 25, in den letzten Kriegstagen an der Elbe gefallen. Das hat mich irgendwie berührt. Es hat mit dem Film nichts zu tun, nur dass ich ohne ihn diese Gräber nicht bemerkt hätte, mitten in der entindustrialisierten, leeren, fast toten deutschen Stadt, die wir als Dekoration für eine Unternehmergeschichte der Wirtschaftswunderjahre und sexuellen Emanzipation benutzten. Und diese Gräber von jungen Männern, die keine Chance hatten zu leben. Ich empfand eine Traurigkeit.
ZDF: Wie war die Zusammenarbeit mit dem Regisseur Hansjörg Thurn?
Hübchen: Gut, sehr gut. Ich hatte immer das Gefühl, dass Hansjörg die Schauspieler liebt.

Wer wissen möchte, ob die sehr gute Zusammenarbeit zu einem sehr guten Film geführt hat, der kann dies ab 20.15 Uhr im ZDF nachprüfen, wenn es heißt: „Beate Uhse – Das Recht auf Liebe“.