So machte ich mich dann am Abend mit der U-Bahn auf dem Weg ins Wiener Hannapi Stadion. Endlich einmal wieder Fussi in Österreich – mein letztes Rapid Heimspiel habe ich zum Ende der Saison 2005/06 gesehen. Wie bei den letzten Spielen war die Lage, wie auch die Fans und die wie überall anwesende Ordnungsmacht, sehr entspannt, was wohl zu einem großen Teil an dem Fehlen von mitgereisten Fans des FC Wacker Innsbruck lag. Wenn ich mich da nicht sehr verschätze, bestand der Innsbrucker Mob aus rund 50 Fans – Das ist ungefähr die gleiche Menge an Fans, die auch durchschnittlich zu einem Auswärtsspiel des VfL Wolfsburg mitreist.

Die „Rapidler“ unterhalten Fanfreundschaften zu einigen deutschen Ultra Gruppierungen, was dazu führt, das die Jungs recht offen sind und man sich auch als Hamburger mit den meisten gut unterhalten kann. Am Rande sei bemerkt das Fanfreundschaften ab und an auch mal komische Wege gehen. Ich denke da zum Beispiel an die Geschichte mit dem großen und dem kleinen HSV.

Das Spiel begann wie ein lockerer Kick zum Saisonauftakt, dann der Paukenschlag für die Wiener in der 4. Minute fiel quasi aus dem Nichts das Führungstor für Wacker. Danach ebbte das Spiel, trotz eines guten Supports der Rapid Ultras auf der West-Tribüne und der „Lords“ auf der Ost-Tribüne, auf ein gehobenes Zweitliga Niveau ab. Um ehrlich zu sein, habe ich zeitweise geglaubt ein Spiel in der Regionalliga zu sehen. Auch der in der 31. Minute erzielte Ausgleich konnte das Niveau des Spiels nicht wirklich verbessern, irgendwie fehlte beiden Mannschaften, trotz aller Bemühungen, der Zug zum Tor. Zudem war auch allerhand Farbe im Spiel, ab der 83. Minute spielten beide Mannschaften nur noch mit 10 Spielern. Die anwesenden Rapid Fans wurden allerdings in einer hektischen Schlussphase durch die erlösenden Tore für Rapid in der 87. und 90. Minute zufrieden gestellt. Endstand 3:1! für mich hieß dies, Heimsieg bei einem Auswärtsspiel – für den neutralen Beobachter nicht die schlechteste Variante.

Interessant war es auch zu beobachten wie einige junge Damen versuchten sich mit den Spielern, die sich gerade am Spielfeldrand warmliefen zu verabreden – österreichischer Fußballer müsste man sein, da braucht man noch nicht mal gut zu spielen, um die „Footie-Chicks“ abzugreifen.

Auch wenn das Spiel nicht der ganz große Fußball

war, es war live! Endlich geht es wieder los.

Nach dem Spiel wurden dann in „Hermanns Strand Bar“ am Donaukanal noch einige Bierchen getrunken. Schließlich bin ich dann mit einem Lächeln auf den Lippen und in Gedanken an den Saisonstart der T-HOME Bundesliga eingeschlafen.

Ach ja, zum Thema Werbung, wer glaubt, dass die Vereine und Spieler in Deutschland schon viel Werbung machen, der sollte sich ein Spiel in Österreich anschauen, neben den bekannten Werbeflächen auf Brust und Armen der Spieler, werden dort auch der Rücken und die Hosen, mit zum Teil unterschiedlichen Werbungen vorn und hinten, vermarktet – No comment!

Keep politics and commercials out of football!

Schwarz-Weiß-Blaue Grüße
D.