In der „Süddeutschen Zeitung“ wurde Dresens Film als „eine leidenschaftliche und tragische Liebesgeschichte zwischen alten Menschen in Berlin“ bezeichnet: Inge (Ursula Werner) ist 60 Jahre alt und ist seit 30 Jahren mit Werner (Horst Rehberg) verheiratet. Sie verdient sich Geld mit Näharbeiten und lernt dadurch den 76-jährigen Karl (Horst Westphal) kennen, für den sie eine Hose ändert. Als sie ihm das Beinkleid bei ihm zu Hause abliefert, haben die beiden Sex miteinander. Anfangs wehrt sich Inge gegen die aufkommenden Gefühle, die sie für Karl hegt. Doch als diese immer stärker werden, zieht sie ihre Tochter Petra (Steffi Kühnert) ins Vertrauen. Die Mutter zweier Mädchen rät ihr, ihrem Stiefvater Werner nichts von der Liaison zu erzählen, sondern Inge soll die Treffen mit Karl genießen. Doch das schlechte Gewissen meldet sich immer mehr zu Wort...
Der Titel „Wolke 9“ basiert auf dem Anglizismus „cloud nine“, der im Deutschen dem Ausdruck „Wolke Sieben“ entspricht. Andreas Dresen selbst sagte der Deutschen Presse-Agentur (dpa) über sein Werk: „Es hat mich angeödet, dass die Gesellschaft immer älter wird,

es aber nicht die dazugehörigen Bilder gibt – Liebe und Sex hören ab einem bestimmten Alter scheinbar auf zu existieren.“ Das hat er mit „Wolke 9“ widerlegt: Die Sexszenen wirken nicht sensationsheischend, sondern wahren stets die Würde der Akteure beziehungsweise älterer Menschen im Allgemeinen.