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Sonntag, der 14. Juni 2026

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Wirtschaft

VW-Tochter IAV streicht 1.400 Stellen – IG Metall droht mit Widerstand

J. Hein

14. June 2026

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Der Autozulieferer IAV, eine Tochter des VW-Konzerns, plant den Abbau von 1.400 Arbeitsplätzen, vor allem in Berlin. Die IG Metall kündigt massiven Protest an.

VW-Tochter IAV streicht 1.400 Stellen – IG Metall droht mit Widerstand

Jobabbau bei VW-Tochter IAV

Die Volkswagen-Tochter IAV, ein Dienstleister für Fahrzeugentwicklung, will 1.400 Stellen streichen. Betroffen sind vor allem die Standorte in Berlin und Wolfsburg. Das Unternehmen beschäftigt rund 8.000 Mitarbeiter und entwickelt unter anderem Antriebssysteme, Software und Elektronik für Autos. Der Stellenabbau soll bis Ende 2025 umgesetzt werden, betriebsbedingte Kündigungen sind nicht ausgeschlossen.

IAV begründet den Schritt mit der schwierigen Lage in der Automobilbranche. Die Umstellung auf Elektromobilität und der Kostendruck bei den Kunden, darunter neben VW auch andere Hersteller, machten eine Anpassung der Kapazitäten nötig. Das Unternehmen will sich stärker auf Zukunftsfelder wie Softwareentwicklung und autonomes Fahren konzentrieren.

Reaktionen der Gewerkschaft

Die IG Metall reagierte empört auf die Ankündigung. Sie kündigte „massiven Widerstand“ an und will gegen die geplanten Streichungen vorgehen. „Die Beschäftigten dürfen nicht die Zeche für Managementfehler zahlen“, sagte ein Sprecher. Die Gewerkschaft fordert Verhandlungen über einen Sozialplan und den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen.

Besonders hart trifft es den Standort Berlin, wo mehr als die Hälfte der Stellen wegfallen sollen. Die Hauptstadt gilt als wichtiger Standort für die Fahrzeugentwicklung, und die Streichungen gefährden nach Einschätzung der IG Metall die Innovationskraft der Region.

Hintergrund der Sparmaßnahmen

IAV steht wie viele Zulieferer unter Druck. Die Autoindustrie durchläuft einen tiefgreifenden Wandel, der von der Elektromobilität, Digitalisierung und strengeren CO2-Vorgaben geprägt ist. Gleichzeitig kämpfen viele Unternehmen mit hohen Investitionen und sinkenden Margen. VW selbst hatte bereits ein umfangreiches Sparprogramm aufgelegt, das auch die Töchter betrifft.

Die Streichungen bei IAV sind kein Einzelfall. In den vergangenen Monaten haben mehrere Autozulieferer in Deutschland Stellenabbau angekündigt, darunter Bosch, Continental und ZF Friedrichshafen. Die Branche steht vor einem Strukturwandel, der in den kommenden Jahren Zehntausende Arbeitsplätze kosten dürfte.

Auswirkungen auf die Beschäftigten

Für die betroffenen Mitarbeiter ist die Unsicherheit groß. Viele von ihnen sind hochqualifizierte Ingenieure und IT-Spezialisten, die nun um ihre Jobs bangen. Die IG Metall verlangt von IAV, die Stellenstreichungen durch Altersteilzeit und Abfindungen sozialverträglich zu gestalten. Auch Qualifizierungsmaßnahmen für die verbleibenden Angestellten seien nötig, um die Wettbewerbsfähigkeit des Standorts zu sichern.

Die Verhandlungen zwischen der Geschäftsführung und der Gewerkschaft werden in den nächsten Wochen beginnen. Ob eine Einigung möglich ist, bleibt abzuwarten. Die IG Metall hat jedoch deutlich gemacht, dass sie notfalls auch zu Arbeitskampfmaßnahmen bereit ist.

Zukunft von IAV

Unterdessen wird spekuliert, ob VW die Tochter IAV womöglich verkaufen will. Das Manager Magazin berichtete, der Mutterkonzern bereite das Unternehmen für einen möglichen Verkauf vor, indem es die Strukturen verschlanke. IAV solle schlanker und profitabler werden, um für Investoren attraktiver zu sein.

Sollte es zu einem Verkauf kommen, könnte das für die Beschäftigten weitere Einschnitte bedeuten. Ein neuer Eigentümer würde womöglich noch stärker auf Kostensenkungen drängen. Für die IG Metall ist das ein zusätzlicher Grund, jetzt den Druck zu erhöhen.

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