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Samstag, der 6. Juni 2026

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Wirtschaft

BMW trotzt Gewinnrückgang mit optimistischem Ausblick

Der Münchner Autobauer verbucht 2024 einen spürbaren Gewinnrückgang, blickt aber dank Rekordaufträgen und Kostensenkungen zuversichtlich auf das laufende Jahr.

BMW trotzt Gewinnrückgang mit optimistischem Ausblick

Die Zeichen bei BMW stehen auf Gegenwind – aber der Konzern zeigt sich kämpferisch. Im vergangenen Jahr ging der Gewinn des bayerischen Autobauers spürbar zurück. Grund sind unter anderem hohe Vorleistungen für neue Modelle und die Transformation zur Elektromobilität. Dennoch: Die Auftragsbücher sind voll, und der Ausblick für 2025 ist überraschend positiv.

Margendruck und Investitionen belasten Jahresbilanz

Der operative Gewinn sank im Vergleich zum Vorjahr um rund ein Drittel. Besonders die geringeren Verkaufszahlen in China und der Preiskampf auf dem wichtigsten Absatzmarkt setzten den Münchnern zu. Hinzu kommen steigende Entwicklungskosten für vollelektrische Fahrzeuge und Software. Die Profitabilität fiel damit niedriger aus als von Analysten erwartet.

Trotz der Delle betont der Vorstandsvorsitzende: Die Strategie sei richtig, man befinde sich mitten in der größten Modelloffensive der Unternehmensgeschichte. Rund 40 neue und überarbeitete Modelle sollen in den nächsten zwei Jahren auf den Markt kommen – darunter mehrere vollelektrische Varianten.

Positiver Blick nach vorne: Rekordaufträge und Kostendisziplin

Was die Zuversicht der Münchner trägt, ist ein Auftragsrekord in Europa. Die Nachfrage nach den neuen Elektro- und Plug-in-Hybridmodellen zieht an. Die Modellpalette – von kompakten Stadtautos bis zu luxuriösen SUVs – scheint breit aufgestellt zu sein. Zudem hat der Konzern die Kosten in der Produktion gesenkt, unter anderem durch effizientere Prozesse und geringere Materialkosten.

  • Weltweit gingen die Auslieferungen leicht zurück, doch in Europa legten die Verkäufe zu.
  • Die E-Mobilität wächst: Der Anteil elektrifizierter Fahrzeuge stieg auf rund 22 Prozent.
  • Die Nettoliquidität blieb stabil, trotz hoher Investitionen.

Ausblick 2025: Erholung erwartet

Die Konzernführung rechnet damit, dass der Gewinn 2025 wieder auf Vorkrisenniveau steigen wird. Voraussetzung sei eine Belebung des chinesischen Marktes und stabile Lieferketten. Auch beim Thema Zölle bleibt BMW vorsichtig optimistisch. Man setze auf eine Deeskalation im Handelsstreit zwischen den USA und Europa. CEO Oliver Zipse prognostiziert: „Die Talsohle ist durchschritten, wir sehen wieder Wachstum.“

Herausforderungen bleiben: China und Zölle

Doch die Risiken sind nicht ausgestanden. In China kämpfen alle westlichen Hersteller mit einem Preiskampf und nachlassender Konsumlaune. Lokale Anbieter wie BYD drängen massiv mit günstigen Stromern auf den Markt. BMW setzt dagegen auf seine Premiumstrategie – und darauf, dass die chinesische Mittelschicht weiterhin bereit ist, für Qualität mehr zu zahlen.

Hinzu kommt die Unsicherheit durch mögliche US-Sonderzölle. Sollten diese tatsächlich kommen, könnte das die Exporte aus Europa verteuern. BMW hat jedoch Werke in den USA und kann so zum Teil gegenseuern. Dennoch bleibt die Zollfrage ein Damoklesschwert für die gesamte Branche.

Der Konzern hält an seinem Ziel fest, bis 2030 mehr als die Hälfte aller ausgelieferten Neufahrzeuge elektrifiziert zu haben – als reine Elektroautos oder Plug-in-Hybride. Der Gewinnrückgang von 2024 ist für die Münchner kein Grund, vom Kurs abzuweichen. Im Gegenteil: Er treibt die Transformation offenbar noch einmal an.

Mehrwert: Was bedeutet das für den Autokäufer?

Trotz der Gewinnwarnung ist nicht mit drastischen Preissenkungen zu rechnen. BMW hält an seiner Premiumstrategie fest. Allerdings könnten attraktivere Leasingraten oder Sonderaktionen für bestimmte Modelle winken. Besonders bei den vollelektrischen Modellen werden die Hersteller versuchen, Käufer mit üppiger Ausstattung zu locken. Wer jetzt einen BMW kaufen möchte, sollte auf die neuen Modelle im Laufe des Jahres achten – sie dürften technisch noch einen Schritt weiter sein.

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