Handelskonflikt und China-Schwäche: Audi und BMW unter Druck
07. June 2026
Die deutschen Autobauer Audi und BMW kämpfen mit sinkenden Quartalszahlen. Schuld sind der stockende China-Absatz, drohende US-Zölle und ein zunehmend schwieriges globales Umfeld. Kann sich die Branche behaupten?
Trübe Aussichten für die Premiumhersteller
Die Zeiten für Audi und BMW werden rauer. Die beiden bayerischen Autobauer haben ihre Quartalsergebnisse vorgelegt, und die Zahlen sind ernüchternd. Sowohl der Umsatz als auch der Gewinn sind zurückgegangen. Grund dafür ist ein Bündel an Problemen: Der chinesische Markt, lange Zeit der Wachstumsmotor, schwächelt. Gleichzeitig drohen neue US-Importzölle, die Trump im Wahlkampf immer wieder angedroht hat. Und die allgemeine weltwirtschaftliche Lage bleibt angespannt.
China: Vom Boom zum Stillstand
In China, dem wichtigsten Einzelmarkt für beide Marken, stagniert das Geschäft. Der Preiskampf unter den Herstellern ist heftig, die Nachfrage nach teuren Verbrenner-SUVs sinkt, während lokale Anbieter wie BYD mit günstigen E-Autos punkten. Audi und BMW müssen ihre Produktion herunterfahren und Rabatte gewähren – das drückt die Marge.
Die drohende Zollkeule aus Washington
Hinzu kommt die Unsicherheit über die künftige US-Handelspolitik. Donald Trump hat angedeutet, dass er nach einem möglichen Wahlsieg Einfuhrzölle auf europäische Autos verhängen könnte. Das wäre ein harter Schlag, denn die USA sind für beide Hersteller der zweitwichtigste Absatzmarkt. Die Branche warnt vor massiven Umsatzeinbußen.
Strategische Antworten der Konzerne
Beide Unternehmen reagieren mit Sparprogrammen und Investitionen in die Elektromobilität. BMW setzt auf Technologieoffenheit, Audi auf eine beschleunigte E-Offensive. Ob das reicht, um die Verluste auszugleichen, bleibt fraglich. Die Aktienkurse reagierten jedenfalls mit Kursverlusten.
Ein Blick über den Tellerrand: Trumps Zolldrohung – ernst gemeint?
Unterdessen wird in der EU und in den USA heftig über die Glaubwürdigkeit der Trump'schen Zolldrohungen diskutiert. Die einen halten sie für reine Wahlkampf-Rhetorik, die anderen für eine ernsthafte Gefahr. Klar ist: Ein Handelskrieg würde nicht nur die Autoindustrie treffen, sondern die gesamte transatlantische Wirtschaft. Die EU hat bereits Vergeltungsmaßnahmen angedroht. Die Frage ist, ob Trump tatsächlich bereit ist, diesen Konflikt zu eskalieren.
Für Audi und BMW gilt: Sie müssen sich auf mehrere Szenarien vorbereiten. Denn eines zeigt die aktuelle Entwicklung deutlich – die Abhängigkeit von wenigen Märkten ist riskant. Die Zukunft gehört globalen Lieferketten mit mehr Standbeinen.
A. Scholl
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