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Freitag, der 12. Juni 2026

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Wirtschaft

Verdi weitet Warnstreiks bei der Telekom auf zwölf Bundesländer aus

J. Hein

12. June 2026

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Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Telekom verschärft die Gewerkschaft Verdi den Druck: Die Warnstreiks werden auf zwölf Bundesländer ausgeweitet. Kunden müssen mit erheblichen Beeinträchtigungen rechnen.

Verdi weitet Warnstreiks bei der Telekom auf zwölf Bundesländer aus

Die Tarifverhandlungen bei der Deutschen Telekom treten in eine neue, härtere Phase ein. Die Gewerkschaft Verdi hat die Warnstreiks auf insgesamt zwölf Bundesländer ausgeweitet. Tausende Beschäftigte legten am Dienstag die Arbeit nieder, um ihrem Forderungskatalog Nachdruck zu verleihen. Betroffen sind unter anderem die Bereiche Technik, Vertrieb und Verwaltung.

Worum geht es im Tarifkonflikt?

Im Mittelpunkt des Arbeitskampfes stehen die Forderungen der Gewerkschaft nach einer deutlichen Lohnerhöhung und verbesserten Rahmenbedingungen. Konkret verlangt Verdi für die rund 60.000 Tarifbeschäftigten ein Lohnplus von 8 Prozent, mindestens aber 350 Euro mehr im Monat. Hinzu kommen Forderungen nach einer höheren Vergütung für Auszubildende und Praktikanten. Die Arbeitgeberseite hat bisher lediglich eine Erhöhung um 5,2 Prozent angeboten, gestaffelt über eine Laufzeit von 27 Monaten. Für Verdi ist das nicht akzeptabel – man sei weit auseinander, hieß es.

Diese Bereiche sind besonders betroffen

Die Streiks konzentrieren sich nicht nur auf die Telekom-Zentrale, sondern erfassen nahezu alle operativen Einheiten. Besonders betroffen ist der Technikbereich, wo die Beschäftigten für den Ausbau und die Wartung von Glasfaser- und Mobilfunknetzen zuständig sind. Auch in den Callcentern und im Vertrieb wurde die Arbeit niedergelegt. Kunden müssen daher mit längeren Wartezeiten und Verzögerungen bei Neuanschlüssen und Störungsbeseitigungen rechnen.

Die Folgen für die Kunden

Die unmittelbaren Auswirkungen des Arbeitskampfes sind für die Nutzer der Telekom-Dienste deutlich spürbar. In zahlreichen Städten bleiben Service-Center geschlossen oder sind nur eingeschränkt erreichbar. „Kunden sollten sich auf Verzögerungen bei der Bearbeitung von Aufträgen und Störungsmeldungen einstellen“, warnte ein Verdi-Sprecher. Besonders ärgerlich könnte es für diejenigen werden, die auf einen schnellen Glasfaseranschluss hoffen. Die Monteure, die diese Anschlüsse legen, gehören zu den Streikenden.

Die Warnstreiks sind erst der Auftakt. Sollte es in den nächsten Tarifrunden keine Annäherung geben, droht eine Ausweitung des Arbeitskampfes auf weitere Bereiche und möglicherweise sogar ein unbefristeter Streik. Verdi hat bereits angekündigt, notfalls auch über eine Urabstimmung nachzudenken.

Die Position der Arbeitgeber

Die Telekom-Führung zeigt sich bisher wenig kompromissbereit. Das Angebot von 5,2 Prozent mehr Lohn bei einer Laufzeit von 27 Monaten bezeichnete der Konzern als „angemessen und verantwortungsvoll“. Man sei in einem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld, und die Lohnkosten müssten im Rahmen bleiben. Die Arbeitgeber betonen zudem, dass in den vergangenen Jahren bereits deutliche Tariferhöhungen vereinbart worden seien. Aus Sicht der Gewerkschaft ist das jedoch nicht mehr als ein Trostpflaster, gemessen an den sprudelnden Gewinnen des Telekommunikationsriesen.

Die nächste Verhandlungsrunde ist für Mitte April angesetzt. Bis dahin will Verdi den Druck mit weiteren Warnstreiks aufrechterhalten. Die Frage ist, ob die Arbeitgeber einlenken oder ob der Konflikt noch länger andauert. Kunden können in jedem Fall nicht mit einer schnellen Entspannung rechnen.

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