BMW trotzt Gewinnrückgang mit Rekord-Auftragsbestand
14. June 2026
Der Münchener Autobauer BMW verzeichnet einen Gewinnrückgang im zweiten Quartal, doch der Auftragsbestand erreicht ein Rekordhoch. Besonders in Europa steigt die Nachfrage stark an.
Trotz eines spürbaren Gewinnrückgangs im zweiten Quartal kann BMW optimistisch nach vorne blicken. Grund dafür ist ein nie dagewesener Auftragseingang, insbesondere in Europa. Das Unternehmen meldet einen Bestand an Bestellungen, der alle bisherigen Rekorde übertrifft.
Die Zahlen, die der bayerische Autobauer am Donnerstag vorlegte, zeigen ein durchwachsenes Bild. Der Nettogewinn fiel geringer aus als im Vorjahreszeitraum. Grund hierfür sind unter anderem höhere Vorleistungen für neue Modelle und verstärkte Investitionen in die Elektromobilität.
Auftragsbücher so voll wie nie
Doch der Blick auf die Nachfrageseite stimmt zuversichtlich. BMW verzeichnet derzeit mehr Bestellungen als jemals zuvor in der Firmengeschichte. „Nie zuvor haben wir in Europa so viele Auftragseingänge erzielt“, erklärte der Vorstandsvorsitzende Oliver Zipse. Die hohe Nachfrage erstreckt sich über alle Modellreihen, von Verbrennern über Hybride bis hin zu vollelektrischen Fahrzeugen.
Besonders bemerkenswert ist der starke Zuwachs in Europa. Während in anderen Märkten die Nachfrage teils stockt, zeigt sich der europäische Kunde kauffreudig. Analysten führen dies auf eine Kombination aus attraktiven Modellneuheiten und einem veränderten Mobilitätsbewusstsein zurück.
Wachstumstreiber Elektromobilität
Ein wesentlicher Treiber des Rekordauftragsbestands ist der Ausbau des E-Auto-Portfolios. BMW hat in den vergangenen Monaten mehrere neue vollelektrische Modelle auf den Markt gebracht, die auf großes Interesse stoßen. Der Anteil der bestellten Elektroautos ist deutlich gestiegen.
Das Unternehmen verfolgt eine flexible Strategie, die sowohl Verbrenner als auch E-Antriebe umfasst. Während manche Wettbewerber wie Mercedes-Benz oder Volkswagen eigene Wege gehen, setzt BMW auf Plattformen, die mehrere Antriebsarten unterstützen.
Herausforderungen bleiben
Trotz der positiven Nachfrage ist das Umfeld für die gesamte Branche herausfordernd. Hohe Rohstoffpreise, Lieferkettenengpässe und die Unsicherheit über die konjunkturelle Entwicklung belasten die Hersteller. Auch BMW muss seine Kosten im Griff behalten, um die Gewinnmargen zu stabilisieren.
Die Prognose für das Gesamtjahr hat der Vorstand bestätigt. Man erwartet eine leichte Steigerung der Auslieferungen und eine stabile Entwicklung beim Ergebnis. Der Rekordauftragsbestand gibt dem Unternehmen Rückenwind für die zweite Jahreshälfte.
A. Scholl
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