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Samstag, der 6. Juni 2026

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Gesundheit

WHO beruhigt: Risiko einer Hantavirus-Pandemie ist sehr gering

Nach dem Auftreten von Infektionen auf einem Kreuzfahrtschiff und vereinzelten Fällen in Deutschland herrscht Verunsicherung. Die Weltgesundheitsorganisation gibt nun Entwarnung.

WHO beruhigt: Risiko einer Hantavirus-Pandemie ist sehr gering

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat die Öffentlichkeit beruhigt: Das Risiko einer Pandemie durch Hantaviren sei äußerst gering. Zwar mehren sich aktuell Meldungen über Infektionen, darunter auch ein Fall auf einem Kreuzfahrtschiff, der in Nordrhein-Westfalen behandelt wird. Dennoch, so die WHO, handle es sich um Einzelfälle ohne pandemisches Potenzial.

Was ist passiert?

In den vergangenen Wochen waren mehrere Reisende eines Kreuzfahrtschiffes mit Hantaviren infiziert. Das Schiff hatte zuvor die Kapverdischen Inseln angelaufen, bevor es in den Niederlanden anlegte. Einige Passagiere wurden in Düsseldorf medizinisch versorgt. Zeitgleich registrierten Gesundheitsämter in Deutschland eine leichte Zunahme von Hantavirus-Infektionen, die jedoch im Rahmen der üblichen jahreszeitlichen Schwankungen liegt.

Die WHO betont, dass Hantaviren nicht leicht von Mensch zu Mensch übertragbar sind. Anders als bei Coronaviren oder Influenzaviren erfolgt die Ansteckung meist über den Kontakt mit Ausscheidungen von Nagetieren. Eine großflächige Ausbreitung unter Menschen sei daher unwahrscheinlich.

Wie erfolgt die Übertragung?

Hantaviren werden hauptsächlich durch Nagetiere wie Rötelmäuse oder Brandmäuse verbreitet. Menschen infizieren sich, wenn sie Staub einatmen, der mit getrocknetem Urin, Kot oder Speichel befallener Tiere kontaminiert ist. Direkte Übertragungen von Mensch zu Mensch sind extrem selten und wurden bislang nur für einzelne Virusvarianten dokumentiert.

  • Einatmen von virushaltigen Aerosolen (z. B. beim Reinigen von Schuppen oder Kellern)
  • Kontakt mit kontaminierten Gegenständen oder Lebensmitteln
  • Bissverletzungen durch infizierte Nager (sehr selten)

Typische Symptome einer Hantavirus-Infektion sind plötzliches Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Übelkeit. In schweren Fällen kann es zu Nierenversagen oder Lungenödemen kommen. Die Inkubationszeit beträgt zwei bis vier Wochen.

Aktuelle Lage in Deutschland

In Deutschland treten Hantavirus-Infektionen vor allem in den wärmeren Monaten auf, wenn die Nagetierpopulationen wachsen. Schwerpunkte sind Regionen mit hohen Mäusedichten, insbesondere in Baden-Württemberg, Bayern und Nordrhein-Westfalen. Die Zunahme der Fallzahlen in diesem Frühjahr bewege sich im Rahmen des Erwartbaren, teilt das Robert Koch-Institut mit. Eine Gefahr für die Allgemeinheit bestehe nicht.

Maßnahmen zur Vorsorge

Um sich zu schützen, empfiehlt das Gesundheitsministerium, Kontakt mit möglichen Nagetiernestern zu vermeiden und beim Reinigen von Dachböden oder Gartenhäusern einen Atemschutz zu tragen. Auch das Lüften von Räumen, die längere Zeit nicht genutzt wurden, sollte staubvermeidend erfolgen.

RegionGemeldete Fälle (Januar–April 2026)Vergleich zum Vorjahreszeitraum
Baden-Württemberg28+5
Bayern22+3
Nordrhein-Westfalen15+2
Übriges Bundesgebiet19−1

Die Zahlen zeigen einen leichten Anstieg, der jedoch saisonal bedingt ist und keine Alarmstufe auslöst. Die WHO und nationale Gesundheitsbehörden beobachten die Entwicklung weiterhin, sehen aber keinen Grund für Reisebeschränkungen oder besondere Schutzmaßnahmen.

Fazit: Wachsamkeit ja, Panik nein

Hantaviren sind keine neue Bedrohung. Sie sind in vielen Teilen der Welt endemisch und führen jedes Jahr zu einer gewissen Zahl von Infektionen. Die aktuelle Aufmerksamkeit ist verständlich, doch die Risikobewertung der WHO ist eindeutig. Es bleibt dabei: Halten Sie Abstand zu Nagetieren und deren Hinterlassenschaften, dann sind Sie auf der sicheren Seite. Eine Pandemie droht nicht.

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