Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff: WHO warnt Passagiere eines Fluges
08. June 2026
Nach einem Hantavirus-Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff MV "Hondius" sucht die Weltgesundheitsorganisation verzweifelt nach Passagieren eines Fluges. Experten beruhigen: Ein Pandemie-Szenario droht nicht.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine dringende Suche nach Passagieren eines Fluges eingeleitet, nachdem an Bord des Kreuzfahrtschiffes MV „Hondius“ ein Hantavirus-Ausbruch bestätigt wurde. Die betroffene Person soll mit dem Flugzeug unterwegs gewesen sein – nun versuchen Gesundheitsbehörden, alle Kontaktpersonen zu erreichen.
Was ist passiert?
An Bord des niederländischen Expeditionsschiffes „Hondius“ erkrankten mehrere Menschen an Hantavirus. Wie die Reederei mitteilte, wurden umgehend Isolationsmaßnahmen eingeleitet. Die betroffenen Gäste und Crewmitglieder werden medizinisch versorgt. Die WHO geht davon aus, dass ein erkrankter Passagier möglicherweise auf einem Linienflug reiste, bevor die Symptome ausbrachen.
Die Gesundheitsorganisation ruft daher alle Reisenden des betreffenden Fluges auf, sich bei den Behörden zu melden. Es bestehe zwar kein Grund zur Panik, aber eine frühzeitige Erkennung könne schwere Verläufe verhindern.
Hantavirus: Gefahren und Verbreitung
Hantaviren werden vor allem durch Nagetiere übertragen. Der Mensch infiziert sich meist durch Einatmen von erregerhaltigem Staub, etwa in Schuppen oder Ställen. In Deutschland sind vor allem die Hantavirus-Erkrankungen vom Typ „Puumala“ bekannt, die milde bis moderate Verläufe zeigen.
Der auf dem Schiff nachgewiesene Andes-Virus-Typ hingegen ist seltener – aber gefährlicher. Er kommt hauptsächlich in Südamerika vor und kann das sogenannte hämorrhagische Fieber mit Nierensyndrom (HFRS) oder das Hantavirus-Pulmonale-Syndrom (HPS) auslösen. Die Letalität liegt beim Andes-Virus bei bis zu 50 Prozent – ohne frühzeitige Behandlung. Allerdings betonen Experten, dass eine Übertragung von Mensch zu Mensch nur in seltenen Fällen und unter engem Kontakt vorkommt.
Kein Pandemie-Szenario
Fachleute zeigen sich gelassen. Virologen und Epidemiologen sehen keine Gefahr einer Pandemie. „Hantaviren sind nicht auf das Ausbreitungsmuster eines Grippevirus ausgelegt“, erklärt ein Infektiologe. Die Übertragung erfolge fast ausschließlich über Nagetiere. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung sei extrem selten und nur bei sehr engem Kontakt möglich – etwa im gleichen Haushalt.
Die WHO bewertet die Lage als regional begrenzt. Dennoch sei es wichtig, alle Kontaktpersonen zu identifizieren, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Die Passagierliste des Fluges wird derzeit mit Hochdruck ausgewertet.
Wie können Sie sich schützen?
Das Risiko für Reisende ist gering, aber es gibt einfache Vorsichtsmaßnahmen: Vermeiden Sie den Kontakt mit Nagetieren und deren Ausscheidungen. Achten Sie auf saubere Unterkünfte – vor allem in ländlichen Regionen Südamerikas. Sollten Fieber, Kopf- oder Muskelschmerzen nach einer Reise auftreten, suchen Sie umgehend einen Arzt auf und erwähnen Sie den Reiseverlauf.
Die WHO empfiehlt betroffenen Ländern, die Überwachung zu verstärken. Reisenden wird geraten, die aktuellen Hinweise der Gesundheitsbehörden zu verfolgen.
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