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Dienstag, der 12. Mai 2026

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Gesundheit

Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: Argentinien sucht nach Infektionsquelle

Ein mysteriöser Ausbruch des Hantavirus an Bord der „MV Hondius“ sorgt für Unruhe. Die argentinischen Behörden stehen vor der Frage, wie das Virus auf das Schiff gelangte – und wie gefährlich die Lage wirklich ist.

Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: Argentinien sucht nach Infektionsquelle

Es klingt wie ein Plot aus einem Seuchenszenario: Auf einem Kreuzfahrtschiff in den Gewässern vor Argentinien breitet sich das Hantavirus aus. Mehrere Besatzungsmitglieder der „MV Hondius“ sind infiziert, eines schwebt in Lebensgefahr. Nun versuchen Ermittler und Mediziner fieberhaft, den Ursprung der Infektion zu finden.

Der Ausbruch an Bord

Die „MV Hondius“ ist kein Gigant der Meere, sondern ein vergleichsweise kleines Expeditionsschiff, das für Fahrten in polare Regionen bekannt ist. Ende März meldete die Reederei mehrere Krankheitsfälle unter der Crew. Das medizinische Team an Bord stellte schnell fest: Es handelte sich um das Hantavirus, eine Infektionskrankheit, die vor allem durch Nagetiere übertragen wird.

Die Symptome sind heftig: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit und in schweren Fällen Lungenversagen. Bis zu 15 Prozent der Erkrankten sterben. Das Virus wird nicht von Mensch zu Mensch übertragen, sondern gelangt über Kot, Urin oder Speichel von infizierten Nagetieren in die Luft. Genau das macht die Suche nach der Quelle so knifflig.

Die Suche nach dem Ursprung

Argentinien hat spezielle Gesundheitsteams auf die „MV Hondius“ geschickt. Sie entnehmen Proben von Oberflächen, Lüftungssystemen und möglichen Nistplätzen von Nagetieren. Die Crew wird isoliert und medizinisch überwacht. Die Reederie kooperiert mit den Behörden, um die genaue Infektionskette zu rekonstruieren.

Eine zentrale Frage lautet: Wann und wo haben sich die Betroffenen angesteckt? Das Schiff war zuvor in Patagonien unterwegs, einer Region, in der Hantavirus-Infektionen immer wieder vorkommen. Möglich ist, dass Nagetiere während eines Landgangs oder über Frachtgüter an Bord gelangten. Auch kontaminierte Lebensmittel oder Wasser kommen infrage.

Was bisher bekannt ist

  • Vier Besatzungsmitglieder sind nachweislich infiziert, eines davon befindet sich im kritischen Zustand.
  • Passagiere waren zum Zeitpunkt des Ausbruchs nicht an Bord; das Schiff befand sich im Übergang zwischen zwei Reisen.
  • Die argentinische Gesundheitsbehörde hat alle aktuellen Reisen der „MV Hondius“ gestoppt, bis die Ursache geklärt ist.
  • Weltweit sind Kreuzfahrtschiffe in den letzten Jahren immer wieder mit Ausbrüchen von Norovirus, Legionellen oder COVID-19 in die Schlagzeilen geraten – Hantavirus ist jedoch äußerst selten.

Warum das Hantavirus so gefährlich ist

Im Gegensatz zu vielen anderen Erregern, die auf engem Raum schnell um sich greifen, ist das Hantavirus auf seinen tierischen Wirt angewiesen. Nagetiere wie die Rötelmaus oder die Gelbhalsmaus tragen das Virus in sich und scheiden es über längere Zeit aus. Der Mensch infiziert sich, wenn er erregerhaltigen Staub einatmet – etwa beim Reinigen von Schuppen, Scheunen oder eben Schiffsräumen, die von Mäusen bewohnt wurden.

Die Inkubationszeit beträgt meist zwei bis vier Wochen. Im fortgeschrittenen Stadium kann es zu einem hämorrhagischen Fieber mit Nieren- oder Lungenbeteiligung kommen. In Europa treten jährlich Hunderte Fälle auf, vor allem in ländlichen Gebieten. Der aktuelle Vorfall könnte aber auch ein Fingerzeig sein auf die unterschätzte Gefahr, die von eingeschleppten Nagetieren auf Schiffen ausgeht.

Was den Fall der „MV Hondius“ besonders macht, ist das internationale Umfeld. Das Schiff fährt unter niederländischer Flagge, die Crew stammt aus mehreren Ländern, die Reiseroute führte durch chilenische und argentinische Gewässer, die Passagiere reisten aus aller Welt an. Die Behörden müssen daher nicht nur medizinisch, sondern auch rechtlich und logistisch eng zusammenarbeiten.

Wie es weitergeht

Bis die Testergebnisse aus verschiedenen Labors vorliegen, werden voraussichtlich noch mehrere Tage vergehen. Das Schiff liegt derzeit isoliert im Hafen von Buenos Aires. Die Besatzung bleibt an Bord, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern. Die Reederei hat angekündigt, alle Sicherheitsprotokolle zu überprüfen – und künftige Reisen erst wieder freizugeben, wenn die Gesundheitsbehörden grünes Licht geben.

Für die Branche könnte der Ausbruch ein Weckruf sein. Denn Umweltveränderungen wie der Klimawandel oder der zunehmende internationale Warenverkehr begünstigen, dass Erreger auch an ungewöhnlichen Orten auftauchen. Exotische Viren, die bislang nur in bestimmten Regionen vorkamen, könnten so plötzlich auf einem Luxusschiff in Südamerika landen.

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