Hantavirus in Argentinien: WHO fahndet nach Flugpassagieren
07. June 2026
Nach einem Todesfall durch Hantavirus in Argentinien sucht die Weltgesundheitsorganisation verzweifelt nach Mitreisenden eines Fluges. Gleichzeitig entsendet die Regierung Experten nach Ushuaia, um Nagetiere zu untersuchen.
Ein alarmierender Vorfall erschüttert Argentinien: Ein Passagier ist an den Folgen einer Hantavirus-Infektion gestorben. Nun fahndet die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nach den anderen Insassen desselben Fluges, um eine mögliche Ausbreitung des Erregers zu verhindern. Die Suche gestaltet sich schwierig, denn die Kontaktdaten vieler Reisender sind nicht eindeutig.
Das Hantavirus: Eine unterschätzte Gefahr
Das Hantavirus wird vor allem durch Nagetiere übertragen. Menschen infizieren sich meist über den Kontakt mit Ausscheidungen der Tiere oder über Staub, der die Viren enthält. Die Symptome reichen von grippeähnlichen Beschwerden bis hin zu schweren Lungen- und Nierenbeteiligungen. Besonders tückisch: Die Inkubationszeit beträgt mehrere Wochen, sodass Betroffene oft nicht wissen, wo sie sich angesteckt haben.
In Argentinien ist die Region um Ushuaia in Feuerland besonders betroffen. Dort wurden bereits mehrere Fälle gemeldet. Die Regierung hat daher ein Expertenteam entsandt, um die Nagetierpopulation vor Ort zu untersuchen und Maßnahmen zur Eindämmung zu ergreifen.
Warum die WHO alarmiert ist
Die WHO stuft das Hantavirus als ernstzunehmende Bedrohung ein, da es von Mensch zu Mensch übertragen werden kann – wenn auch selten. Im aktuellen Fall bestand während des Fluges möglicherweise enger Kontakt zu dem Infizierten. Die Behörden bitten alle Passagiere, sich umgehend zu melden und auf Symptome zu achten.
Bisher haben sich nur wenige der rund 200 Mitreisenden gemeldet. Die WHO appelliert an die internationale Gemeinschaft, bei der Suche zu helfen.
Die Situation vor Ort in Ushuaia
Ushuaia, die südlichste Stadt der Welt, ist ein beliebtes Reiseziel. Doch nun stehen Tourismus und öffentliches Leben unter besonderen Vorsichtsmaßnahmen. Die Experten vor Ort sammeln Nagerproben, um den Erreger genauer zu analysieren. Erste Ergebnisse deuten auf eine hohe Viruslast bei einigen Tieren hin.
Die Behörden haben dringende Empfehlungen ausgesprochen: Vermeiden Sie den Kontakt zu Nagetieren, halten Sie Wohnräume sauber und schützen Sie Lebensmittel vor Schädlingen. Besonders gefährdet sind Menschen, die in ländlichen Gebieten arbeiten oder campen.
Was Reisende wissen sollten
Wer eine Reise nach Argentinien plant, muss sich nicht zwangsläufig sorgen. Die Infektionsgefahr ist insgesamt gering, solange Hygieneregeln beachtet werden. Dennoch ist Vorsicht geboten.
- Meiden Sie Gebiete mit bekanntem Nagerbefall.
- Schlafen Sie nicht in offenen Unterkünften ohne Schutz.
- Tragen Sie bei Reinigungsarbeiten in Schuppen oder Scheunen eine Maske.
Die WHO empfiehlt zudem, bei ersten Anzeichen einer Erkrankung sofort einen Arzt aufzusuchen – insbesondere nach einem Aufenthalt in Risikogebieten.
Forschung und Ausblick
Die aktuellen Geschehnisse lenken den Fokus auf die Erforschung des Hantavirus. Wissenschaftler arbeiten an Impfstoffen, doch bislang gibt es keine zugelassene Impfung für Menschen. Die Behandlung beschränkt sich auf die Linderung der Symptome.
Argentinien hat bereits in der Vergangenheit mit Hantavirus-Ausbrüchen zu kämpfen gehabt. Doch der Fall des Flugpassagiers zeigt, dass das Virus auch über weite Strecken reisen kann. Die internationale Zusammenarbeit ist daher entscheidend, um eine Pandemie zu verhindern.
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