BP
Blogpod

Drücke ESC zum Schließen

Aus aller Welt Beauty Filme Gadgets Games Gesellschaft Gesundheit Handy Kochen Literatur Lokale Nachrichten Mode Netzkultur Promis Reisen Sport Technik Wirtschaft
BP
Blogpod
Toggle sidebar

Samstag, der 6. Juni 2026

BLOG POD

Gesundheit

Hantavirus an Bord: Kreuzfahrtschiff darf auf den Kanaren nicht anlegen

J. Hein

06. June 2026

Google bevorzugte Quelle festlegen

Ein Kreuzfahrtschiff mit über tausend Passagieren bleibt vor den Kanarischen Inseln in Quarantäne. Grund ist ein außergewöhnliches Infektionsgeschehen mit dem Hantavirus.

Hantavirus an Bord: Kreuzfahrtschiff darf auf den Kanaren nicht anlegen

Ein Kreuzfahrtschiff mit mehr als tausend Menschen an Bord wird auf den Kanarischen Inseln nicht anlegen dürfen. Die Behörden verhängten eine Quarantäne, nachdem bei mehreren Passagieren und Besatzungsmitgliedern eine Infektion mit dem Hantavirus festgestellt worden war. Die Gesundheitsbehörden sprechen von einem außergewöhnlichen Infektionsgeschehen – ein solcher Ausbruch auf einem Passagierschiff sei äußerst selten.

Was ist das Hantavirus?

Das Hantavirus wird vor allem durch Nagetiere wie Mäuse und Ratten übertragen. Der Erreger gelangt über Staubpartikel aus Kot, Urin oder Speichel der Tiere in die Luft und wird so vom Menschen eingeatmet. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch ist bislang nicht bekannt. Die Symptome ähneln zunächst einer schweren Grippe: plötzliches hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Schüttelfrost. In schweren Fällen kann es zu einem sogenannten hämorrhagischen Fieber mit Nierenbeteiligung kommen – daher auch der Name Hantavirus. Bei rechtzeitiger Behandlung sind die meisten Verläufe jedoch mild.

Das Schiff in Quarantäne

Das betroffene Kreuzfahrtschiff liegt vor der Küste Teneriffas vor Anker. Die örtlichen Behörden untersagten das Anlegen, um eine Ausbreitung des Virus an Land zu verhindern. An Bord befinden sich nach Angaben der Reederei rund tausend Passagiere und mehrere hundert Besatzungsmitglieder. Die Erkrankten wurden isoliert, die medizinische Versorgung erfolgt durch das Bordhospital. Die Reederei steht in engem Kontakt mit den Gesundheitsbehörden der Kanaren. Unklar ist, wie lange die Quarantäne andauern wird. Experten rechnen mit mindestens mehreren Tagen, bis alle Proben ausgewertet sind und eine Gefährdung ausgeschlossen werden kann.

Mögliche Ursachen und Prävention

Wie das Virus an Bord gelangen konnte, ist noch ungeklärt. Denkbar sind kontaminierte Lebensmittel oder eingeschleppte Nagetiere durch Fracht oder Proviant. Kreuzfahrtschiffe sind aufgrund ihrer geschlossenen Räume und der hohen Personendichte zwar anfällig für Infektionsausbrüche, Hantavirus-Fälle sind jedoch eine absolute Ausnahme. Die Reederei hat angekündigt, alle hygienischen Maßnahmen zu verschärfen. Dazu gehören verstärkte Reinigungen, Schädlingsbekämpfung und Schulungen des Personals. Für die Passagiere bedeutet die Quarantäne vor allem eines: Sie müssen an Bord bleiben – statt Sonne und Strand zu genießen, heißt es Aussitzen auf hoher See.

Historische Fälle und Vergleich

Der aktuell bekannteste Hantavirus-Ausbruch auf einem Schiff ereignete sich 2004 auf einem Frachter in der Ostsee. Damals erkrankten mehrere Matrosen, einer starb. Bei Kreuzfahrtschiffen sind die Fälle noch seltener, da die Logistik und Hygiene strenger reguliert sind. Dennoch zeigt der jetzige Vorfall, dass selbst moderne Schiffe nicht immun gegen solche Erreger sind. Die Luftzirkulation in den Kabinen und Gemeinschaftsräumen könnte die Verbreitung begünstigt haben, auch wenn das Hantavirus nicht von Mensch zu Mensch übertragbar ist.

Ausblick

Die Gesundheitsbehörden der Kanaren werden in den nächsten Tagen entscheiden, ob die Passagiere von Bord dürfen – und unter welchen Auflagen. Für die betroffenen Urlauber beginnt eine Zeit der Ungewissheit. Die Reederei hat Hilfsangebote für psychologische Betreuung angekündigt. Der Fall zeigt einmal mehr, wie schnell Erreger aus der Tierwelt auf den Menschen überspringen können – und wie schwer es ist, sie in geschlossenen Systemen zu kontrollieren.

Zur Startseite