Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: WHO warnt vor Kreuzkontamination
13. June 2026
Ein Ausbruch des Hantavirus auf dem Kreuzfahrtschiff „Hondius“ sorgt für Besorgnis. Die Weltgesundheitsorganisation hat eine Warnung vor Kreuzkontaminationen ausgesprochen. Kanarische Behörden kritisieren derweil den Umgang mit dem Fall.
Ein Hantavirus-Ausbruch auf einem Kreuzfahrtschiff hat international für Aufsehen gesorgt. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnte vor dem Risiko einer Kreuzkontamination, während der Präsident der Kanarischen Inseln scharfe Kritik an den beteiligten Akteuren äußerte. Der Vorfall ereignete sich an Bord der „MV Hondius“, einem Expeditionskreuzfahrtschiff, das vor der Küste Spaniens unterwegs war.
Was ist passiert?
Die „Hondius“ befand sich auf einer Reise, als mehrere Passagiere und Crewmitglieder Symptome einer schweren Erkrankung zeigten. Tests bestätigten eine Infektion mit dem Hantavirus, einem Erreger, der durch Nagetiere übertragen wird und schwere Lungen- oder Nierenerkrankungen auslösen kann. Das Schiff wurde unter Quarantäne gestellt, die genaue Zahl der Infizierten ist bislang nicht offiziell bestätigt.
Besonders brisant: Das Virus kann von Mensch zu Mensch übertragen werden, wenn auch seltener als etwa Grippeerreger. Die WHO betonte daher in einer Stellungnahme die Gefahr einer Kreuzkontamination, vor allem auf engem Raum wie einem Kreuzfahrtschiff.
Reaktionen aus Spanien
Der Präsident der Kanarischen Inseln, Ángel Víctor Torres, kritisierte das Vorgehen der Reederei und der zuständigen Gesundheitsbehörden. Er warf ihnen mangelnde Transparenz und unzureichende Maßnahmen zur Eindämmung des Ausbruchs vor. „Die Sicherheit der Passagiere und der Bevölkerung darf nicht gefährdet werden“, erklärte Torres. Die Reederei habe zu spät reagiert und Informationen zurückgehalten.
Die spanische Regierung sicherte eine vollständige Aufklärung des Vorfalls zu. Die Gesundheitsbehörden arbeiten mit internationalen Organisationen zusammen, um eine Ausbreitung des Virus zu verhindern. Das Schiff liegt derzeit in einem Hafen fest, die Besatzung wurde unter ärztliche Beobachtung gestellt.
Hintergrund: Das Hantavirus
Hantaviren kommen weltweit vor, werden meist durch Nager übertragen und lösen beim Menschen zwei schwere Krankheitsbilder aus: das Hämorrhagische Fieber mit renalem Syndrom (HFRS) und das Hantavirus-Pulmonale Syndrom (HPS). Beide können tödlich verlaufen. Die Inkubationszeit beträgt ein bis fünf Wochen. Eine Impfung oder spezifische Therapie gibt es nicht; die Behandlung beschränkt sich auf unterstützende Maßnahmen.
Ausbrüche in geschlossenen Gemeinschaften sind selten, aber bekannt. Die WHO betont die Notwendigkeit strenger Hygienemaßnahmen auf Schiffen, insbesondere in der Küche, wo Nagetiere eindringen können. Reisende sollten Kontakt zu Nagetieren meiden und auf Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen und Atemnot achten.
Folgen für die Kreuzfahrtbranche
Der Ausbruch wirft erneut Fragen nach den Hygienestandards in der Kreuzfahrtbranche auf. Schon während der Corona-Pandemie gerieten die Schiffe in die Kritik, da Infektionen dort schwer zu kontrollieren sind. Branchenexperten fordern verbesserte Lüftungssysteme und schnellere Quarantäneprotokolle. Die WHO hat angekündigt, die Richtlinien für Schiffsreisen zu überarbeiten.
Ob sich der Ausbruch auf den Tourismus in Spanien auswirkt, bleibt abzuwarten. Die Kanaren sind ein beliebtes Ziel für Kreuzfahrten. Die lokale Tourismusbranche hofft auf eine schnelle Eindämmung, um keine wirtschaftlichen Einbußen zu erleiden.
Ausblick
Die Lage auf der „Hondius“ wird weiter beobachtet. Die WHO wird voraussichtlich in Kürze einen detaillierten Bericht vorlegen. Bis dahin gilt für alle Reiseveranstalter: erhöhte Vorsicht bei der Überwachung von Krankheitssymptomen an Bord und strenge Einhaltung von Hygienevorschriften. Der Fall zeigt, dass auch seltene Erreger auf engem Raum schnell zu einer Gefahr werden können.
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