Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: Havarie und Anlandeverbot auf Kap Verde
06. June 2026
Nach dem Tod von drei Passagieren und mehreren Infektionen mit dem Hantavirus darf ein Kreuzfahrtschiff nicht auf Kap Verde anlegen. Die Passagiere sollen nun auf Teneriffa von Bord gehen.
Ein Kreuzfahrtschiff sorgt derzeit für Schlagzeilen: An Bord sind mehrere Fälle von Hantavirus aufgetreten, drei Menschen sind bereits gestorben. Die Behörden von Kap Verde verweigerten dem Schiff die Einreise. Nun zeichnet sich eine Lösung ab: Die Passagiere sollen auf die Kanarische Insel Teneriffa gebracht werden.
Hintergrund des Ausbruchs
Der Ausbruch ereignete sich während einer Kreuzfahrt, die mehrere Länder anlief. Das Hantavirus wird vor allem durch Nagetiere übertragen und kann schwere Erkrankungen auslösen. Die ersten Symptome ähneln einer Grippe, im weiteren Verlauf kann es zu Nierenversagen oder Lungenproblemen kommen. Experten vermuten, dass die Infektionen über kontaminierte Lebensmittel oder direkten Kontakt mit Nagetierausscheidungen an Bord erfolgten.
Die Reederei bestätigte die Todesfälle und erklärte, alle notwendigen medizinischen Maßnahmen eingeleitet zu haben. Die betroffenen Passagiere seien isoliert und behandelt worden. Die genauen Umstände der Ansteckung werden noch untersucht.
Reaktionen der Behörden
Die Regierung von Kap Verde reagierte umgehend: Aus Sorge vor einer Einschleppung des Virus auf das eigene Staatsgebiet verweigerte sie dem Schiff die Erlaubnis, in einem ihrer Häfen anzulegen. Auch andere Länder entlang der Route zeigten sich besorgt. Die internationale Zusammenarbeit wurde intensiviert, um eine sichere und schnelle Lösung zu finden.
Evakuierung nach Teneriffa
Nach Verhandlungen zwischen der Reederei, den spanischen Behörden und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wurde entschieden, die Passagiere auf Teneriffa von Bord zu bringen. Dort sollen sie in Quarantäneeinrichtungen medizinisch überwacht werden. Die lokalen Gesundheitsbehörden haben umfassende Vorsichtsmaßnahmen getroffen, um eine Weiterverbreitung zu verhindern.
- Alle Passagiere werden vor dem Verlassen des Schiffes getestet.
- Symptomfreie Personen können nach negativem Test die Quarantäne verlassen.
- Das Schiff wird desinfiziert und gründlich gereinigt.
Die spanischen Behörden betonten, dass die Situation unter Kontrolle sei. Es bestehe keine Gefahr für die allgemeine Bevölkerung auf Teneriffa. Dennoch sei man auf alle Eventualitäten vorbereitet.
Gefahr durch Hantaviren
Hantaviren sind in vielen Teilen der Welt verbreitet, insbesondere in ländlichen Gebieten. In Europa kommen sie vor allem in Skandinavien, den Alpen und Teilen Osteuropas vor. Die Viren werden durch Nagetiere wie Rötelmäuse oder Wanderratten verbreitet. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist selten, aber nicht ausgeschlossen. Die beste Prävention ist daher der Schutz vor Kontakt mit Nagetieren und deren Ausscheidungen.
Symptome und Behandlung
Die Inkubationszeit beträgt meist zwei bis vier Wochen. Zu den Symptomen gehören plötzliches Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit und Durchfall. In schweren Fällen kann es zu Nierenversagen oder akutem Lungenversagen kommen. Die Behandlung erfolgt symptomatisch, eine spezifische antivirale Therapie gibt es nicht. Die Sterblichkeitsrate liegt je nach Virusvariante zwischen einem und 15 Prozent. Im Fall des Kreuzfahrtschiffes handelte es sich offenbar um einen besonders aggressiven Stamm.
Impfstoffe gegen Hantaviren sind in Entwicklung, aber noch nicht breit verfügbar. Die WHO empfiehlt Reisenden in Risikogebieten, den Kontakt mit Nagetieren zu meiden und auf Hygiene zu achten.
Ausblick
Die betroffenen Passagiere werden voraussichtlich in den kommenden Tagen auf Teneriffa ankommen. Die Reederei kündigte an, alle Kosten für die medizinische Versorgung und die Rückreise zu übernehmen. Die Behörden prüfen derzeit, ob das Schiff nach der Desinfektion wieder in Dienst gestellt werden kann. Der Vorfall wirft erneut Fragen zur Hygiene auf Kreuzfahrtschiffen und zu den Sicherheitsstandards in der Branche auf. Kreuzfahrten sind zwar extrem sicher, doch Ausbrüche von Infektionskrankheiten kommen immer wieder vor, sei es Norovirus oder nun Hantavirus. Passagiere sollten vor Reiseantritt aktuelle Reisewarnungen beachten und bei Symptomen während der Reise sofort den Schiffsarzt aufsuchen.
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