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Samstag, der 6. Juni 2026

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Wirtschaft

Kerosin aus Israel: Lufthansa kämpft mit steigenden Treibstoffkosten

Die Lufthansa kann ihre Treibstoffversorgung bis Ende Juni durch eine Lieferung aus Israel sichern. Dennoch belasten hohe Kerosinpreise die Bilanz des Konzerns massiv. Derweil hält das Unternehmen an seinem Gewinnziel fest.

Kerosin aus Israel: Lufthansa kämpft mit steigenden Treibstoffkosten

Die Lufthansa hat eine außergewöhnliche Vereinbarung getroffen: Israel soll Deutschland in den kommenden Monaten mit Kerosin beliefern. Der Vorstand des Unternehmens zeigte sich zuversichtlich, dass die Treibstoffversorgung bis Ende Juni gesichert sei. Hintergrund sind die massiv gestiegenen Kerosinpreise, die die Airline im vergangenen Jahr bereits mit Milliarden belastet haben.

Lieferung aus Israel als temporäre Lösung

Die Abmachung mit israelischen Lieferanten ist ein klares Zeichen für die Anspannung auf dem globalen Kerosinmarkt. Nach Angaben des Konzerns soll der Treibstoff über bestehende Vertriebswege nach Deutschland gelangen. Die Lufthansa betonte jedoch, dass dies nur eine Übergangslösung sei. Man arbeite intensiv daran, die Versorgung langfristig auf eine breitere Basis zu stellen.

Die Entscheidung fällt in eine Zeit, in der die gesamte Luftfahrtbranche unter den hohen Energiepreisen leidet. Viele Fluggesellschaften haben bereits Zuschläge eingeführt oder streichen weniger profitable Routen. Die Lufthansa selbst hatte im vergangenen Jahr einen Milliardenbetrag allein auf die gestiegenen Treibstoffkosten zurückgeführt.

Trotz Krise: Lufthansa hält an Gewinnziel fest

Überraschend deutlich gab der Konzern bekannt, dass er trotz der schwierigen Rahmenbedingungen an seinem Gewinnziel festhalte. Man strebe im laufenden Geschäftsjahr einen höheren Gewinn an als im Vorjahr. Dies soll unter anderem durch Effizienzsteigerungen und eine optimierte Streckenplanung erreicht werden.

Analysten sehen dies kritisch. Die Kosten für Kerosin machen einen erheblichen Teil der Betriebsausgaben aus. Steigen sie weiter, könnte dies die Margen empfindlich drücken. Zugleich signalisiert die Lufthansa aber auch, dass sie die Nachfrage nach Flugreisen weiterhin als stark einschätzt – trotz Inflation und konjunktureller Unsicherheiten.

Die Folgen für Fluggäste

Für Passagiere dürften die hohen Treibstoffkosten spürbar bleiben. Fluggesellschaften geben diese oft über Ticketaufschläge weiter. Zwar hat die Lufthansa bislang keine generelle Preiserhöhung angekündigt, doch Experten rechnen damit, dass die Tarife in den kommenden Monaten weiter steigen werden. Gleichzeitig könnten weniger Auslastung oder gestrichene Verbindungen die Folge sein, falls die Kosten weiter explodieren.

Branchenkenner verweisen darauf, dass die gesamte Lieferkette für Kerosin unter Druck steht. Raffineriekapazitäten sind begrenzt, und die Nachfrage nach Flugkraftstoff erholt sich nach der Pandemie schneller als erwartet. Die israelische Lieferung mag kurzfristig helfen, doch die grundlegende Frage nach einer nachhaltigen und kostengünstigen Treibstoffversorgung bleibt unbeantwortet.

Ausblick: Was bedeutet das für die Zukunft der Luftfahrt?

Die aktuelle Entwicklung beschleunigt die Suche nach Alternativen. Synthetische Kraftstoffe, Wasserstoffantriebe oder effizientere Triebwerke rücken stärker in den Fokus. Die Lufthansa investiert bereits in entsprechende Forschungsprojekte, doch bis zur Marktreife dürften noch Jahre vergehen.

Bis dahin bleibt die Branche verwundbar. Die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und geopolitischen Spannungen macht die Kalkulation schwierig. Die Vereinbarung mit Israel zeigt, wie ernst die Lage bereits ist – und dass selbst große Airlines zu unkonventionellen Mitteln greifen müssen, um den Betrieb aufrechtzuerhalten.

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