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Wirtschaft

Prokon: Insolvenz – ja oder nein?

A. Scholl

12. January 2014

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Am 10. Januar 2014 hat die Prokon Regenerative Energien GmbH, kurz: Prokon, gemeldet, dass dem Unternehmen die Insolvenz drohe. Die Anleger wurden gebeten, kein Kapital abzuziehen, um die Insolvenz zu verhindern. Für die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) e.V. sieht das wie eine Erpressung aus ...

Gegründet wurde Prokon 1995 von Carsten Rodbertus; der Firmensitz ist in Itzehoe. Das Unternehmen hat in der Vergangenheit vor allem bei Privatanlegern Geld eingeworben, um damit hauptsächlich Projekte im Bereich Windenergie zu finanzieren. Die in Aussicht gestellte Rendite lag bei maximal acht Prozent.

Vorgestern wurden ein Anschreiben an Genussrechtsinhaber inklusive eines Faltblatts zur Gegenwart und Zukunft von Prokon und ein Brief der Anlegergemeinschaft „Freunde von Prokon“ veröffentlicht. Die pdf-Datei umfasst neun Seiten und ist hier einsehbar, wo auch der Link zum „Online-Formular zur Entscheidung der Anleger über ihre Genussrechte“ platziert worden ist.

„Faire Philosophie“: Prokon-Zitate
In dem Anschreiben ist zu lesen: „Lassen Sie nicht zu, dass es zu einer Planinsolvenz kommt! Lassen Sie nicht zu, dass sich Heuschrecken und Energiekonzerne für wenig Geld ein Vorzeigeunternehmen mit im Kapitalmarkt einmaliger, fairer Philosophie unter den Nagel reißen! Wir können es schaffen, aber das kann nur mit Ihnen gemeinsam gelingen, wenn Sie uns jetzt nicht noch mehr Kapital entziehen!“

In dem Brief der Anlegergemeinschaft heißt es: „In dieser Lage muss man denjenigen sagen, die ohne Not jetzt kündigen: Bitte seid nicht selbst die Ursache für eine Insolvenz von Prokon! Wir vertrauen darauf, dass nicht die Angstmacherei der Prokon-Gegner obsiegt, sondern die Intelligenz der Gemeinschaft der GRI, und dass Prokon aus dieser Krise gestärkt hervorgeht.“

Prokon: Hilfe für Anleger
Die DSW nennt das aus Sicht der Anleger fast schon Erpressung: „Auf die betroffenen Anleger wirken die aktuellen Verlautbarungen schlichtweg wie eine klassische Erpressung“, so Marc Tüngler, Hauptgeschäftsführer der DSW gegenüber der „Bild am Sonntag“ von heute. Er fordert Carsten Rodbertus auf, „anstelle mit Drohungen zu arbeiten, jetzt vertrauensbildend aufzutreten und endlich für Transparenz bei den Zahlen und dem Geschäftsmodell zu sorgen“.

Bei der DSW können Prokon-Anleger sich unter der Telefonnummer 0211 669731 oder per E-Mail an [email protected] registrieren lassen: Es soll ein Informationsservice für Betroffene aufgebaut werden. Des Weiteren könnten juristische Schritte gegen Prokon in Erwägung gezogen werden.
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