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Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: Spanien erlaubt Anlegen nach menschlicher Übertragung

J. Hein

08. June 2026

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Ein Kreuzfahrtschiff mit bestätigten Hantavirus-Fällen sorgt für diplomatische Spannungen. Die WHO bestätigt erstmals eine Übertragung zwischen Menschen an Bord. Spanien erlaubt nun doch das Anlegen.

Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: Spanien erlaubt Anlegen nach menschlicher Übertragung

Ein mit dem Hantavirus infiziertes Kreuzfahrtschiff hat tagelang vor der Küste Teneriffas auf eine Anlegeerlaubnis gewartet. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bestätigte nun, dass das Virus an Bord offenbar von Mensch zu Mensch übertragen wurde. Spanien erteilte schließlich die Genehmigung zum Festmachen.

Krankheitsfälle an Bord eskalieren zum diplomatischen Streit

Das Schiff, das unter der Flagge eines Nicht-EU-Staates fährt, meldete mehrere Fälle von Hantavirus-Erkrankungen unter der Besatzung. Zunächst gingen die Behörden von einer Infektion durch Nagetiere aus, die typischen Überträger des Erregers. Doch dann mehrten sich Hinweise auf eine direkte Übertragung zwischen Menschen. Die WHO erklärte, dies sei eine seltene, aber dokumentierte Form der Ansteckung.

Spanien verweigerte zunächst die Einfahrt in den Hafen von Santa Cruz de Tenerife. Die Begründung: Man wolle eine mögliche Ausbreitung des Virus verhindern. Der Reederei drohten Millionenverluste, da sie Passagiere von Bord lassen und die Crew medizinisch versorgen lassen muss. Die diplomatischen Verhandlungen zwischen Spanien, dem Flaggenstaat und der WHO zogen sich über mehrere Tage hin.

Hantavirus: Was ist das?

Hantaviren lösen beim Menschen grippeähnliche Symptome bis hin zu schweren Lungen- oder Nierenerkrankungen aus. Die Übertragung erfolgt meist über den Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Nagetiere. Eine Mensch-zu-Mensch-Übertragung ist extrem selten, aber nicht unmöglich. Die WHO betont, dass das Risiko einer größeren Ausbreitung gering sei.

  • Inkubationszeit: ein bis fünf Wochen
  • Symptome: Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Durchfall, Atemnot
  • Behandlung: symptomatisch, keine spezifische antivirale Therapie
  • Letalität: je nach Virusvariante 1 bis 15 Prozent

Spanien lenkt ein – unter Auflagen

Nach intensiven Beratungen erlaubte die spanische Regierung dem Schiff schließlich das Anlegen. Voraussetzung: Alle Erkrankten müssen isoliert und medizinisch versorgt werden. Die übrige Crew und die Passagiere stehen unter Quarantäne. Ein Krisenstab des Gesundheitsministeriums überwacht die Lage.

Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Herausforderungen bei Seuchenbekämpfung auf Kreuzfahrtschiffen. Die engen Räume, die hohe Personendichte und der internationale Betrieb erschweren Eindämmungsmaßnahmen. Reedereien fürchten um ihr Image, während Hafenbehörden zwischen wirtschaftlichen Interessen und Gesundheitsrisiken abwägen müssen.

Lehren für die Kreuzfahrtbranche

Die Pandemie hat gezeigt, wie schnell sich Viren auf Schiffen ausbreiten können. Dieser Fall zeigt, dass auch seltene Erreger wie Hantaviren zu ernsthaften Krisen führen. Experten fordern verbesserte Hygienekonzepte und klarere internationale Regeln für den Umgang mit Ausbrüchen auf See.

Für die betroffene Reederei bedeutet der Vorfall einen Imageschaden. Sie hat zugesagt, alle medizinischen Kosten zu übernehmen und die Besatzung zu unterstützen. Ob Passagiere Anspruch auf Entschädigung haben, wird noch geprüft. Die WHO hat angekündigt, die Daten zur Übertragung des Virus genau zu analysieren, um künftige Risiken besser einschätzen zu können.

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