BMW verdient weniger – Rekordaufträge und E-Auto-Kurs stimmen optimistisch
10. May 2026
Der Autobauer BMW meldet einen Gewinnrückgang für das vergangene Quartal, blickt aber dank eines Auftragsrekords und der starken Nachfrage nach Elektroautos zuversichtlich in die Zukunft.
Der Münchner Autobauer BMW hat im dritten Quartal weniger verdient als im Vorjahreszeitraum. Der Gewinn vor Steuern sank um rund 10 Prozent, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. Der Rückgang ist vor allem auf höhere Vorleistungskosten und die Anlaufkosten für neue Modelle zurückzuführen. Zugleich verzeichnete das Unternehmen jedoch einen Auftragsrekord: So viele Bestellungen wie noch nie gingen in den vergangenen Monaten ein.
Elektroautos als Wachstumstreiber
Besonders die Nachfrage nach vollelektrischen Modellen legte deutlich zu. Der Absatz der batterieelektrischen Fahrzeuge stieg im Vergleich zum Vorjahr um knapp 80 Prozent. BMW hat sich das Ziel gesetzt, bis 2023 einen Anteil von 15 Prozent reiner E-Autos am Gesamtabsatz zu erreichen. Der i4 und der iX gelten als Zugpferde der Elektrifizierungsoffensive. Analysten sehen darin einen strategischen Vorteil gegenüber Wettbewerbern, die langsamer auf die Elektromobilität setzen.
- Absatz reiner E-Autos: +80 Prozent im Q3 gegenüber Vorjahr
- Auftragseingang: Rekordniveau in Europa und USA
- Umsatz: leicht gestiegen auf knapp 37 Milliarden Euro
Kosten und Lieferketten belasten das Ergebnis
Trotz der positiven Auftragslage bleibt die Ertragslage angespannt. Höhere Rohstoffpreise, gestiegene Energieausgaben und Lieferengpässe bei Halbleitern drücken auf die Marge. Die operative Marge im Automobilgeschäft fiel von 8,6 auf 7,2 Prozent. Finanzvorstand Nicolas Peter erklärte, man arbeite intensiv an der Kostensenkung, um die Rentabilität zu sichern. Die Prognose für das Gesamtjahr wurde dennoch bestätigt: BMW erwartet eine leichte Steigerung von Umsatz und Absatz.
| Kennzahl | Q3 2022 | Q3 2023 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Gewinn vor Steuern | 4,3 Mrd. € | 3,9 Mrd. € | -9,3 % |
| Umsatz | 36,1 Mrd. € | 37,0 Mrd. € | +2,5 % |
| Automobilmarge | 8,6 % | 7,2 % | -1,4 %-Punkte |
Ausblick hält Überraschung bereit
Überraschend optimistisch präsentiert sich der Ausblick für das vierte Quartal. Trotz der konjunkturellen Abkühlung in Europa und China rechnet BMW mit einer anhaltend hohen Nachfrage. Der Auftragsrekord gebe dafür eine solide Basis. Zudem sollen neue Modelle wie der vollelektrische BMW i5, der in den kommenden Monaten auf den Markt kommt, zusätzliche Impulse liefern. Dass BMW trotz Gewinnrückgang den Ausblick anhebt, werteten Börsianer als Vertrauenszeichen. Die Aktie legte nach der Bekanntgabe der Zahlen um knapp drei Prozent zu.
BMW bleibt damit auf Kurs, den Transformationsprozess hin zur Elektromobilität zu meistern – auch wenn der Weg steiniger ist als gedacht. Die hohe Auftragsdichte gibt dem Unternehmen Rückenwind für die nötigen Investitionen. Ob die Zuversicht angesichts der anhaltenden Lieferkettenprobleme und des Preisdrucks berechtigt ist, wird sich in den nächsten Monaten zeigen.