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Haseloff mahnt Vertrauensgewinn in Berlin an und kontert Söders Stromkritik

J. Hein

06. June 2026

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Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff fordert nach politischen Turbulenzen eine Rückgewinnung des Vertrauens in die Hauptstadt. Zugleich widerspricht er Bayerns Regierungschef Markus Söder zur Stromversorgung.

Haseloff mahnt Vertrauensgewinn in Berlin an und kontert Söders Stromkritik

Magdeburg – Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff hat deutliche Worte an die Adresse der Bundespolitik gerichtet. Das Vertrauen in die Arbeit der Berliner Regierung müsse dringend zurückgewonnen werden, sagte der CDU-Politiker in einem Rückblick auf die vergangenen Jahre. Anlass waren die jüngsten politischen Entwicklungen, die auch in Sachsen-Anhalt für Diskussionen gesorgt haben. Haseloff betonte, dass stabile Verhältnisse und verlässliche Entscheidungen aus Berlin essenziell für die Zukunft des Landes seien. Ohne dieses Vertrauen sei weder wirtschaftlicher Aufschwung noch gesellschaftlicher Zusammenhalt möglich.

Streit um Stromlieferungen

Parallel dazu geriet Haseloff in eine energiepolitische Auseinandersetzung mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Der CSU-Chef hatte zuvor kritisiert, dass die ostdeutschen Bundesländer nicht ausreichend zur Stromversorgung Bayerns beitrügen. Haseloff konterte umgehend: „Wir versorgen Bayern weiterhin mit Strom – und das zuverlässig“, stellte er klar. Sachsen-Anhalt sei ein wichtiger Produzent erneuerbarer Energien, insbesondere durch Windkraft. Die Kritik aus München sei daher nicht nachvollziehbar. Die Debatte verdeutlicht die anhaltenden Spannungen zwischen den Ländern in der Energiepolitik, insbesondere beim Ausbau von Netzen und der Verteilung von Strom aus erneuerbaren Quellen.

Hintergrund: Energiewende und Netzausbau

Die Diskussion um Stromlieferungen ist Teil eines größeren Konflikts. Während Bayern auf den Ausbau von Wasserkraft und Photovoltaik setzt, sind die nördlichen und östlichen Bundesländer führend bei der Windenergie. Der Transport des Stroms in den Süden scheitert jedoch oft an fehlenden Trassen. Haseloff verwies darauf, dass Sachsen-Anhalt bereits jetzt deutlich mehr Strom produziere, als es selbst verbrauche. Der Überschuss fließe in andere Bundesländer – auch nach Bayern. Die Forderung nach einem schnelleren Netzausbau teile er, dürfe aber nicht einseitig zu Lasten der Erzeugerländer gehen.

Gedenken an den Anschlag auf den Weihnachtsmarkt

Neben diesen politischen Auseinandersetzungen richtete Haseloff auch den Blick auf ein traumatisches Ereignis. Beim Gedenken an den Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt im Dezember 2025 sagte er: „Wir dürfen nicht Verletzte bleiben.“ Die Stadt und das Land hätten schwer gelitten, doch nun gelte es, nach vorne zu schauen. Die Sicherheitsbehörden müssten Konsequenzen ziehen, gleichzeitig dürfe das öffentliche Leben nicht von Angst bestimmt werden. Haseloff würdigte die Arbeit der Rettungskräfte und rief zu Zusammenhalt auf. Der Anschlag hatte bundesweit Bestürzung ausgelöst und eine Debatte über Sicherheitsmaßnahmen auf öffentlichen Veranstaltungen entfacht.

Ausblick auf die kommenden Jahre

Haseloff, der seit 2011 Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt ist, kündigte an, sich weiterhin für eine Politik der Mitte und des Dialogs einzusetzen. Die Herausforderungen seien groß: wirtschaftliche Transformation, demografischer Wandel und die Sicherung der Energieversorgung. Dabei komme es auf verlässliche Partner in Bund und Ländern an. Die jüngsten Wortwechsel mit Bayern zeigten, dass die Interessen mitunter auseinanderfielen – man aber letztlich an einem Strang ziehen müsse. Sachsen-Anhalt werde seinen Beitrag leisten, mahnte Haseloff, erwarte aber auch Fairness und Solidarität von den anderen Ländern.

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