Handy-Verbot am Steuer wird immer häufiger ignoriert
Immer mehr Menschen in Deutschland haben in den letzten Jahren gegen das Handy-Verbot am Steuer verstoßen. Aktuelle Zahlen wurden erst gestern wieder veröffentlicht.

Laut dem Jahresbericht vom Kraftfahrt-Bundesamt gibt es in Nordrhein-Westfalen die meisten Vergehen gegen das Handy-Verbot am Steuer. Demnach lag die Quote im Jahr 2011 bei 11,1 geahndeten Fällen pro 1000 Einwohner. Danach folgt Bayer mit 7,5 und Hamburg mit 7. Am besten schnitten die Autofahrer in Sachsen-Anhalt ab. Hier lag die Quote bei lediglich 1,9.

Betrachtet man die Zahlen der Vergehen rückwirkend, so fällt auf, dass die Zahl über die Jahre hinweg stetig angestiegen ist. 2005 lag sie noch bei 288.000. Im letzten Jahr bereits bei 450.000.
Interessant ist auch das Verhältnis Männer zu Frauen. An den Vergehen im letzten Jahr waren insgesamt 327.000 Männer beteiligt, was knapp 72,7 Prozent ausmacht. Dennoch stieg die Zahl der Frauen ebenfalls an. Waren es im Jahr 2005 noch 61.000 Fälle, so waren es im Jahr 2011 bereits 123.000.

Seit 2004 gilt das Handyverbot am Steuer

nun schon in Deutschland. Aktuell wird ein Vergehen mit 40 Euro Bußgeld und einem Punkt in Flensburg geahndet. Zum Vergleich: In Portugal werden die Autofahrer mit 120 Euro zu Kasse gebeten, in Frankreich mit 135 Euro, in Italien mit 150 Euro, in Norwegen mit 165 Euro und in Spanien mit 200 Euro. Spitzenreiter ist derzeitig die Niederlande. Hier kostet die Missachtung des Verbots 220 Euro.

Smartphones weiter auf dem Vormarsch
Das Handy, wie wir es ursprünglich kannten, wird immer mehr verdrängt. Heute dominieren Smartphones den Markt der mobilen Endgeräte. In nur wenigen Jahren nach Markteinführung haben die kleinen “Alleskönner” den alten Tasten-Handys den Rang abgelaufen.

Aktuell verfügen 88 % der Bundesbürger über 14 Jahre über ein Mobiltelefon. Stolze 98 Millionen Handys sollen im Besitz der Deutschen sein. Damit käme man auf 1,3 Handys pro Einwohner unseres Landes.

Insbesondere bei jungen Menschen kommen Smartphones mit ihren computerähnlichen Funktionen immer besser an. Jeder zweite unter 30 Jahren soll im Besitz eines solcher Geräte sein. Unter den älteren Menschen zwischen 50 und 64 Jahren besitzt nur jeder vierte ein Smartphone. Ab 65 Jahre sinkt die Zahl sogar auf nur sechs Prozent, wie der Bitkom kürzlich bekannt gab.

Laut dem Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V. lag die Zahl der verkauften Smartphones im letzten Jahr bei 11,8 Millionen Stück. Dies ist eine Steigerung von 31 Prozent gegenüber 2010. Tasten-Handys wurden im gleichen Zeitraum mit 15,6 Millionen Stück zwar noch deutlich häufiger verkauft, allerdings sank der Absatz um 19 Prozent. Zudem macht der Verkauf von Smartphones bereits dreiviertel des gesamten Handy-Umsatzes aus.
Traut man den Prognosen, so werden Smartphones in diesem Jahr erstmalig häufiger verkauft als ihre "Vorfahren".