Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: WHO bestätigt Übertragung von Mensch zu Mensch
09. May 2026
Auf einer Atlantik-Kreuzfahrt der MS Hondius sind mehrere Menschen an Hantavirus erkrankt. Nun hat die Weltgesundheitsorganisation einen schlimmen Verdacht bestätigt: Das Virus kann offenbar von Mensch zu Mensch übertragen werden – ein Novum.
Ausbruch auf hoher See
Es begann mit grippeähnlichen Symptomen bei einigen Passagieren und Besatzungsmitgliedern der MS Hondius. Das niederländische Kreuzfahrtschiff befand sich mitten auf dem Atlantik, als die ersten Fälle gemeldet wurden. Schnell war klar: Hier handelt es sich nicht um eine gewöhnliche Erkältung. Labortests ergaben: Hantavirus. Und zwar in einer Form, die Mediziner bislang für kaum möglich hielten.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schlug Alarm. Nach intensiven Untersuchungen bestätigte die Behörde nun, was zunächst nur ein schlimmer Verdacht war: Der Erreger wurde offenbar von Mensch zu Mensch übertragen. Bislang galt Hantavirus als eine Krankheit, die vor allem durch Nagetiere wie Mäuse oder Ratten auf den Menschen überspringt – direkte Ansteckungen zwischen Menschen waren äußerst selten und in der Wissenschaft umstritten.
Ein Virus mit Tücken
Hantaviren können schwere Erkrankungen auslösen, darunter das hämorrhagische Fieber mit renalem Syndrom (HFRS) oder das Hantavirus-Pulmonale-Syndrom (HPS). Zu den Symptomen zählen hohes Fieber, Muskel- und Gliederschmerzen, Kopfschmerzen und Übelkeit. In schweren Fällen kann es zu Nierenversagen oder Lungenödemen kommen. Die Inkubationszeit beträgt in der Regel zwei bis vier Wochen.
Bisherige Annahmen gingen davon aus, dass eine Übertragung von Mensch zu Mensch nur unter sehr speziellen Bedingungen möglich ist – etwa durch direkten Kontakt mit infiziertem Blut oder Sekreten. Der Ausbruch auf der MS Hondius stellt dieses Wissen nun infrage. Die WHO spricht von einer „signifikanten Änderung des epidemiologischen Verhaltens“ des Virus.
Die Lage auf dem Schiff
Das Kreuzfahrtschiff legte umgehend in einem Hafen an, die betroffenen Personen wurden isoliert und medizinisch versorgt. Die genaue Anzahl der Infizierten ist noch unklar, die Behörden gehen aber von einer zweistelligen Zahl aus. Alle Reisenden und Crewmitglieder werden getestet und stehen unter Beobachtung. Die Reederei betonte, dass die Hygienemaßnahmen verschärft wurden und das Schiff desinfiziert wird.
Für die Passagiere bedeutet das eine unerwartete Verlängerung der Reise – und für viele wohl auch große Verunsicherung. Ist Hantavirus nun doch ansteckender als gedacht? Und welche Konsequenzen hat das für den Kreuzfahrt-Tourismus?
Was bedeutet das für die Zukunft?
Die WHO warnt vor voreiligen Schlüssen, doch die Nachricht hat Wellen geschlagen. Experten fordern eine Neubewertung des Übertragungsrisikos und eine Anpassung der Schutzmaßnahmen in Krankenhäusern, aber auch in der Reisebranche. Bislang gab es für Hantavirus keine spezifische Impfung oder zugelassene antivirale Therapie – das könnte sich nun ändern müssen.
Der Fall auf der MS Hondius zeigt einmal mehr, wie schnell sich alte Gewissheiten verschieben können. Die Wissenschaft steht vor der Aufgabe, die genauen Übertragungswege zu klären, während die Gesundheitsbehörden weltweit die Lage beobachten. Für Reisende gilt vorerst: Wachsamkeit, aber keine Panik. Die meisten Infektionen verlaufen mild, und strenge Hygieneregeln können das Risiko minimieren.
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