In einer Pressemitteilung der Stiftung Warentest wird unter der Überschrift „Extrem mit Schadstoffen belastet“ davon abgeraten, Kamillentee von Kusmi Tea zu trinken. Denn in der untersuchten Charge dieses Tees sei eine äußerst hohe Konzentration an Pyrrolizidinalkaloiden (PA) nachgewiesen worden.

Was sind Pyrrolizidinalkaloide?
Eine genaue beziehungsweise einheitliche Definition gibt es nicht in der Biochemie, wobei alle Alkaloide direkt auf den menschlichen Organismus wirken: Die meisten sind giftig und schmecken bitter. Pyrrolizidinalkaloide sind in rund drei Prozent aller Blütenpflanzen enthalten, die sich damit vor Fressfeinden schützen.

Laut Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) zählen Verunreinigungen mit in Tees und Honig für den Menschen als größte Aufnahmequelle für Pyrrolizidinalkaloide – eine Nulltoleranz wird wegen der

extremen Giftigkeit gefordert. Bis dato gibt es in puncto Lebensmittel noch keine gesetzliche Höchstgrenze. Bekannt ist das Problem „PA in Tees“ seit 2013.

„PA-Verunreinigungen sind in Lebensmitteln unerwünscht, da sie die Leber schädigen und im Tierversuch erbgutverändernde und krebsauslösende Wirkungen zeigen“, wird Professor Dr. Dr. Andreas Hensel, Präsident des BfR, in einer offiziellen Mitteilung vom 29. September 2016 zitiert. „PA sollten also möglichst nicht oder wenig in Lebensmitteln vorkommen.“

Kamillentee von Kusmi Tea im Test
Nach eigenen Angaben wurde die Firma Kusmi Tea 1867 in Sankt Petersburg gegründet. Seit 1917 befindet sich der Unternehmenssitz in Paris. Eine Stellungnahme zur Warnung der Stiftung Warentest gibt es bislang nicht.

Gefunden wurden die krebserregenden und die Leber schädigenden PA in Teebeuteln mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum „10/2019“. Die Chargennummer der Kartonverpackung lautet „LOT 161031“. Eine Packung Kamillentee mit 20 Teebeuteln kostet online im Shop von Kusmi Tea 11,40 Euro.

„Der Inhalt eines einzigen Teebeutels enthält 161 Mikrogramm an Pyrrolizidinalkaloiden. Das ist das 380-Fache der langfristig wenig bedenklichen Tageszufuhr“, so Stiftung Warentest. Die zuständige Lebensmittelaufsichtsbehörde sei bereits über die Resultate in Kenntnis gesetzt worden. Nähere Informationen dazu gibt es unter www.test.de/kusmitee.