Das Umweltbundesamt verfügt über Informationen, die nicht unbedenklich sind: „Das ist die erste Studie an Primaten, die zeigt, dass wir auch bei sehr niedrigen Dosen Wirkungen haben auf die Entwicklung des Gehirns“, wird Prof. Andreas Gies von der Behörde in einem Beitrag von „report

MÜNCHEN“ zitiert. Die Versuche an Affen hätten ergeben, dass deren geistige Entwicklung bereits durch eine sehr geringe Dosis von Bisphenol A geschädigt werde. Darum meint Gies, der in der EU herrschende Grenzwert von 50 Mikrogramm pro Kilogramm Körpergewicht am Tag sei zu hoch.
Die Ergebnisse der aktuellen Studie bestätigen, was der Würzburger Toxikologe Gilbert Schönfelder seit Jahren meint: Die Gesundheit von Kindern, Säuglingen und auch Föten sei durch die Chemikalie gefährdet. Bisphenol A gelange zum Beispiel über die Innenbeschichtung von Konserven oder Babyfläschchen in den menschlichen Körper und könne dort erhebliche Schäden anrichten. In Reihenversuchen habe Schönfelder die Beobachtung gemacht, dass das Erbgut von Tieren verändert wurde: So seien diese fetter worden und auch Anomalitäten seien beobachtet worden. Beispielsweise sei es zu Veränderungen an den weiblichen Geschlechtsorganen gekommen.
BPA steckt in vielen Materialien und Gebrauchsgegenständen: Die Palette reich von Baumaterialien und Autoteilen über CD-Hüllen und Zahnfüllungen hin zu Dosen und Plastikflaschen. Jedes Jahre werden von der Chemikalie Millionen Tonnen mit einem Milliardenumsatz produziert: Wegen der großen Herstellungsmenge ist Bisphenol A auch schon im Hausstaub nachzuweisen.