Das französische Gesundheitsministerium hat heute mitgeteilt, dass sich bei einem Medikamententest schwere Zwischenfälle ereignet haben: Die betroffenen sechs Probanden wurden in ein Krankenhaus der Stadt Rennes gebracht. Fünf befinden sich im kritischen Zustand, einer im Koma, nachdem er reanimiert werden musste. Jener Proband gilt als hirntot.

Schmerzmittel für Gesunde
Laut des Ministeriums sei der Zustand der fünf anderen Testpersonen lebensbedrohlich. Nach ersten Ermittlungserkenntnissen haben sie im Rahmen einer wissenschaftlichen Studie oral ein Schmerzmittel bekommen, das Cannabinoide enthalte: Stoffe, die bisher hauptsächlich in der Hanfpflanze nachgewiesen wurden. Alle Teilnehmer seien gesund gewesen. Das Schmerzmedikament soll in einem europäischen Labor entwickelt worden sein.

Einem Artikel auf focus.de zufolge hat die französische Gesundheitsministerin Marisol Touraine diese Testkomplikationen als „schweren Zwischenfall“ bezeichnet. Sie habe zudem gesagt, noch heute nach Rennes zu fahren, um sich über den aktuellen Stand beziehungsweise Gesundheitszustand der Probanden zu informieren. Auch eine Pressekonferenz hat sie angekündigt.

Abbruch nach Testphase eins
Für die Durchführung des Medikamententests war ein privates, auf klinische Studien spezialisiertes Institut zuständig: Die Untersuchung ist gestoppt worden. Sämtliche Probanden wurden über das Geschehene informiert und aus der Testreihe genommen. Wie viele Teilnehmer es insgesamt gegeben hat, ist bis jetzt nicht bekannt. Die Pariser Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen zu den Vorfällen eingeleitet.

Bei dieser Studie habe es sich um die erste Phase eines Medikamententests gehandelt. In Phase eins folgt auf

den Einsatz des Medikaments im Tierversuch: Es wird erstmals am Menschen erprobt. Das heißt, einer Gruppe von gesunden Freiwilligen wird das zu testende Medikament verabreicht. Das soll zum einen Aufschluss geben über die Sicherheit der Anwendung und zum anderen über die Verträglichkeit des Präparats – die Wirkung wird erst in einem der späteren Teststadien untersucht