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Montag, der 15. Juni 2026

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Trump greift Papst Leo XIV. an – Vatikan kontert scharf

Der designierte US-Präsident Donald Trump hat seine Kritik an Papst Leo XIV. verschärft. Ein Kurienkardinal bezeichnet die Angriffe als "wahnhaft". Nun soll der neue Außenminister Marco Rubio vermitteln.

Trump greift Papst Leo XIV. an – Vatikan kontert scharf

Der Streit zwischen Donald Trump und Papst Leo XIV. eskaliert. Der designierte US-Präsident erneuerte seine scharfe Kritik am katholischen Kirchenoberhaupt, das er als „sehr unglückliche Wahl“ und „schlecht für die Kirche“ bezeichnete. Hintergrund sind Äußerungen des Papstes, der Trumps Migrationspolitik und dessen Haltung zur Abtreibung kritisiert hatte. Der Vatikan reagierte ungewöhnlich deutlich: Ein einflussreicher Kurienkardinal nannte Trumps Attacken „wahnhaft“ und warf ihm vor, die Kirche für politische Zwecke zu instrumentalisieren.

Ein ungewöhnlich persönlicher Konflikt

Dass ein designierter US-Präsident derart offen einen Papst angreift, ist beispiellos. Trump hatte bereits während seiner ersten Amtszeit ein gespanntes Verhältnis zur katholischen Kirche, doch die Auseinandersetzung mit dem seit April 2025 amtierenden Papst Leo XIV. erreicht eine neue Dimension. Der Pontifex, bekannt für sein Engagement für Migranten und soziale Gerechtigkeit, hatte Trump mehrfach direkt kritisiert – unter anderem wegen der geplanten Massenabschiebungen und der Einschränkung von Asylrechten.

Der Vatikan wies die Vorwürfe entschieden zurück. Der Kurienkardinal, der anonym bleiben wollte, betonte, Trumps Aussagen seien „nicht nur falsch, sondern zeugten von einer Realitätsverweigerung“. Der Papst stehe für Werte, die über parteipolitische Taktiken erhaben seien.

Rubio soll als Vermittler einspringen

Nun soll Marco Rubio, der designierte US-Außenminister, vermitteln. Rubio, selbst praktizierender Katholik, steht vor einer schwierigen Aufgabe: Er soll die Wogen glätten, ohne Trump zu widersprechen – und ohne das Verhältnis zum Vatikan nachhaltig zu beschädigen. Beobachter erwarten eine heikle Gratwanderung. Rubio hatte sich in der Vergangenheit eher konservativ zu kirchlichen Themen geäußert, aber auch Distanz zu Trumps harschen Tönen gewahrt.

Der Konflikt fällt in eine Zeit, in der die katholische Kirche in den USA ohnehin gespalten ist: Während konservative Kreise Trump nahestehen, lehnen progressive Katholiken seine Politik ab. Papst Leo XIV., der eher dem progressiven Flügel zugerechnet wird, hat sich bisher nicht direkt zu den neuesten Trump-Äußerungen geäußert – was als Zeichen bewusster Zurückhaltung gedeutet wird.

Auswirkungen auf die US-Katholiken

Der Streit könnte die katholischen Wähler in den USA weiter polarisieren. Rund 20 Prozent der US-Bevölkerung sind katholisch, wobei viele von ihnen traditionell zu den Demokraten tendieren. Trumps Annäherung an konservative Katholiken während seiner ersten Amtszeit hatte ihm einige Sympathien eingebracht – nun droht dieser Gewinn durch den Konflikt mit dem Papst wieder zu schwinden. Einige Bischöfe haben sich bereits hinter den Papst gestellt.

Es bleibt abzuwarten, ob Marco Rubio eine Deeskalation gelingt. Sollten die Angriffe auf den Papst nicht abebben, könnte dies nicht nur die Beziehungen zwischen den USA und dem Vatikan belasten, sondern auch Trumps Verhältnis zu einem bedeutenden Teil seiner eigenen Wählerschaft.

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