Kompany vor PSG-Rückspiel: Zwischen Guardiola-Vergleichen und eigenen Ideen
13. June 2026
Vincent Kompany steht mit dem FC Bayern vor dem Rückspiel gegen Paris Saint-Germain in der Champions League. Dabei wird immer wieder ein Vergleich zu Pep Guardiola gezogen – doch der Trainer zeigt sich eigenwillig.
Vincent Kompany ist ein Trainer, der polarisiert. Seit seinem Amtsantritt beim FC Bayern München wird er immer wieder mit seinem ehemaligen Mentor Pep Guardiola verglichen. Die Ähnlichkeiten in der Spielphilosophie sind unverkennbar, doch Kompany wehrt sich gegen eine simple Kopie. „Das wäre sehr blöd“, sagte er kürzlich mit einem Augenzwinkern. Vor dem Rückspiel in der Champions League gegen Paris Saint-Germain wird nun deutlich, wie sehr er seinen eigenen Weg sucht.
Guardiola-Vergleiche: „Wenn man gewinnt, hat man immer recht“
Die Parallelen zu Guardiola sind offensichtlich: Ballbesitz, hohes Pressing, offensive Außenverteidiger. Doch Kompany betont, dass er seine eigene Handschrift entwickeln muss. „Jeder Trainer hat seine eigene Persönlichkeit“, erklärte er auf einer Pressekonferenz. „Ich kann nicht versuchen, jemand anderes zu sein.“ Der Belgier weiß, dass Erfolg die beste Argumentation ist. „Wenn man gewinnt, hat man immer recht“, sagte er mit einem Lächeln. Die Frage ist, ob das auch für das anstehende Duell mit PSG gilt.
Im Hinspiel in Paris zeigte Bayern eine starke Leistung, musste sich aber mit einem 2:2 begnügen. Kompany experimentierte damals mit einer ungewöhnlichen Aufstellung, die überraschte. „Manchmal muss man über den Tellerrand schauen“, erklärte er seine Entscheidungen. Die Fachwelt war geteilter Meinung: Einige lobten seinen Mut, andere kritisierten die mangelnde Abstimmung. Der 38-Jährige nimmt das gelassen. „Ich stehe zu meinen Entscheidungen. Kritik gehört dazu.“
Das Rückspiel: „Wir haben verdient, zu träumen“
Vor dem Rückspiel in München gibt sich Kompany kämpferisch. „Wir haben verdient, zu träumen“, sagte er mit Blick auf das Finale in London. Die Bayern müssen mindestens ein Tor erzielen, um weiterzukommen, denn PSG hat durch das 2:2 im Hinspiel die bessere Ausgangslage. Kompany setzt auf Offensive: „Wir werden nicht hinten hineinverteidigen.“
Seine Spieler scheinen hinter ihm zu stehen. Joshua Kimmich lobte den Trainer in einem Interview: „Er bringt frische Ideen und eine klare Ansprache.“ Auch Thomas Müller zeigte sich angetan von der Arbeitsweise des neuen Chefs. Doch die wahren Prüfungen stehen noch bevor. Die Champions League ist ein Wettbewerb, in dem jeder Fehler sofort bestraft wird.
Kompany taktische Anpassungen gegen PSG
Im Hinspiel überraschte Kompany mit einer Dreierkette in der Offensive. Statt klassischer Flügelstürmer setzte er auf eine flexible Raute im Mittelfeld. Diese Formation soll auch im Rückspiel zum Einsatz kommen, jedoch mit angepassten Laufwegen. „PSG hat schnelle Außen, wir müssen die Räume eng halten“, erklärte Kompany. Die größte Herausforderung ist Kylian Mbappé, der im Hinspiel kaum zu bremsen war. „Man kann ihn nicht alleine verteidigen, das ist klar. Aber wir haben einen Plan.“
Der Plan basiert auf hohem Pressing und schnellem Umschalten. Kompany fordert von seinem Team, nach Ballgewinnen sofort in die Spitze zu spielen. „Wir müssen mutig sein, aber nicht naiv.“ Die vergangenen Wochen haben gezeigt, dass die Mannschaft diese Philosophie verinnerlicht. In der Bundesliga läuft es rund, die Tabellenführung ist gefestigt. Die Champions League jedoch ist eine andere Hausnummer.
- Hinspiel: Paris Saint-Germain – FC Bayern 2:2
- Rückspiel: Dienstag, 9. Mai, 21 Uhr in der Allianz Arena
- Entscheidung über Einzug ins Halbfinale
Zwischen Anpassung und Eigenständigkeit
Kompany steht vor einer Zerreißprobe: Er muss die Erwartungen eines Topklubs erfüllen, ohne seine Identität zu verlieren. Die Medien vergleichen ihn unvermeidlich mit Guardiola, aber auch mit anderen erfolgreichen Trainern. „Ich bin nicht hier, um Geschichte zu schreiben. Ich bin hier, um zu gewinnen“, stellte er klar. Sein Vertrag läuft bis 2027, der Klub setzt langfristig auf ihn.
Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Kompany den Spagat schafft. Ein Sieg gegen PSG würde ihm nicht nur sportliche Anerkennung bringen, sondern auch in der öffentlichen Wahrnehmung. „Am Ende zählen Ergebnisse“, weiß der Trainer. Vorerst konzentriert er sich auf das Detail: „Jedes Training, jede Besprechung, jede Entscheidung muss sitzen.“ Die Fans können gespannt sein, wie sich diese Haltung auf dem Platz niederschlägt.
J. Hein
vor 1 Woche
J. Hein
vor 6 Tagen
J. Hein
vor 1 Woche
J. Hein
vor 1 Woche
A. Scholl
vor 1 Monat
A. Scholl
vor 1 Monat