Als Reaktion auf den Vorwurf, dass ihre Doktorarbeit – zumindest in Teilen – ein Plagiat sei, ist Silvana Koch-Mehrin heute Abend von allen von ihr bekleideten politischen Ämter zurückgetreten. Begründet hat sie diesen Schritt so:
„Mit sofortiger Wirkung lege ich mein Amt als Vorsitzende der FDP im Europäischen Parlament nieder. In Folge dessen bin ich auch ab sofort nicht mehr Mitglied des Präsidiums der FDP. Ich hoffe, dadurch meiner Partei den Neuanfang mit einem neuen Führungsteam zu erleichtern. Mit sofortiger Wirkung trete ich auch von dem Amt der Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments zurück, um nicht in führender Position ein Ziel für Angriffe auf die einzige demokratisch legitimierte Institution der Europäischen Union zu bieten. Ich möchte mit diesem Schritt auch verhindern, dass meine gesamte Familie durch die öffentliche Diskussion weiter belastet wird. Was meine Dissertation betrifft: An der Universität Heidelberg habe ich die Arbeit 1999 eingereicht, und dort wird sie jetzt überprüft. Ich möchte, dass diese Prüfung nun vertraulich, fair, nach rechtsstaatlichen Maßstäben und ohne Ansehen der Person durchgeführt und nicht dadurch belastet wird, dass ich herausgehobene Ämter innehabe.“ Ihre Rücktrittserklärung ist unter anderem auf der Homepage der „Süddeutschen Zeitung“ veröffentlicht.
Die Universität Konstanz hat Veronica Saß ihren Doktortitel aberkannt, wie heute in einer Pressemitteilung erklärt wurde: „Die Überprüfung der Doktorarbeit „Regulierung im Mobilfunk“ von Frau Veronica Saß wurde eingeleitet, nachdem die Universität Konstanz am 14. Februar 2011 Kenntnis von entsprechenden Vorwürfen erhalten hatte. (...) „Der Doktorgrad wurde entzogen, da seinerzeit die rechtlichen Voraussetzungen für seine Verleihung nicht vorlagen“, kommentierte Prof. Dr. Ulrich Rüdiger, Rektor der Universität Konstanz, mit Verweis auf die Regeln wissenschaftlicher Redlichkeit die Entscheidung des Promotionsausschusses. Wissenschaftliche Redlichkeit bedeutet im Fall einer Promotion, dass

die Doktorarbeit der eigenständige wissenschaftliche Beitrag zum Fortschritt eines Faches ist. „An der Universität Konstanz erklärt jeder Doktorand bei Abgabe der Dissertation, dass die Arbeit selbst verfasst und fremde Literatur als solche gekennzeichnet ist. Wird diese Grundregel wissenschaftlicher Redlichkeit nachweislich verletzt, ist es an der Universität, ihr wieder Geltung zu verschaffen“, so Rüdiger weiter. (...)“ Veronica Saß wolle laut „Bild“-Zeitung juristisch gegen die Aberkennung ihres Doktortitels vorgehen.