Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: Infizierte Passagiere in Frankfurt gelandet
05. June 2026
Vier deutsche Kreuzfahrt-Passagiere sind nach einer Hantavirus-Infektion in Frankfurt am Main eingetroffen. Zuvor waren Rettungskräfte mit Fallschirm auf dem Schiff abgesprungen.
Ein medizinischer Notfall auf einem Kreuzfahrtschiff hat eine aufwendige Rettungsaktion ausgelöst. Vier deutsche Passagiere der MS Hondius, die sich mit dem Hantavirus infiziert hatten, wurden am Sonntag in Frankfurt am Main medizinisch versorgt. Zwei von ihnen waren zuvor mit einem Rettungshubschrauber von Bord geholt worden, ein weiterer Passagier – ein Franzose – zeigte während des Evakuierungsflugs Symptome.
Hintergrund des Ausbruchs
Das Kreuzfahrtschiff Hondius befand sich auf einer Reise vor der Küste Namibias, als mehrere Passagiere plötzlich erkrankten. Das Hantavirus wird hauptsächlich durch Nagetiere übertragen und kann grippeähnliche Symptome auslösen. In schweren Fällen droht ein hämorrhagisches Fieber oder eine Niereninsuffizienz. Die genaue Ansteckungsquelle an Bord ist noch unklar, allerdings halten sich die Verdachtsmomente auf kontaminierte Lebensmittel oder direkten Kontakt mit Nagetieren.
Rettungsaktion per Fallschirm
Da das Schiff auf hoher See keine geeignete Landemöglichkeit für ein Flugzeug bot, entschieden die Behörden eine spektakuläre Maßnahme: Sanitäter sprangen mit Fallschirmen über dem Schiff ab, um die betroffenen Passagiere notfallmedizinisch zu versorgen und auf den Evakuierungsflug vorzubereiten. Solche Manöver sind extrem selten und werden nur bei lebensbedrohlichen Lagen durchgeführt.
Die Rettungskräfte untersuchten alle an Bord befindlichen Personen auf mögliche Symptome. Bei zwei Deutschen und einem weiteren Passagier bestätigte sich der Verdacht auf Hantavirus. Ein Franzose, der eigentlich keine Symptome zeigte, entwickelte während des Evakuierungsflugs Fieber und Schüttelfrost. Die vier infizierten Passagiere wurden nach ihrer Ankunft in Frankfurt in umliegende Krankenhäuser gebracht.
Die aktuelle Situation an Bord
Die Reederei teilte mit, dass die verbliebenen Passagiere und die Crew weiterhin das Schiff nicht verlassen dürfen. Hygienemaßnahmen wurden verschärft, Proben von möglichen Nagetieren werden gesammelt. Die Reederei arbeitet mit internationalen Gesundheitsbehörden zusammen, um die Herkunft des Virus zu klären und eine weitere Ausbreitung zu stoppen.
Mehrwert: Wissenswertes zum Hantavirus
Das Hantavirus ist in Deutschland vor allem durch den Süden bekannt, wo sich Menschen häufig in Schuppen oder Kellern anstecken. Die Symptome ähneln zunächst einer Grippe: Fieber, Kopfschmerzen, Gliederschmerzen. Nach einigen Tagen können jedoch Atemnot oder Nierenschäden auftreten. Die Inkubationszeit beträgt meist zwei bis vier Wochen. Eine Impfung gibt es nicht, Treatment ist symptomatisch. Reisende sollten in Risikogebieten Kontakt zu Nagetieren vermeiden und Lebensmittel sicher aufbewahren.
Die Fälle auf der Hondius zeigen, wie schnell sich das Virus auch fernab von Endemiegebieten verbreiten kann. Behörden warnen vor Panik, raten aber zu erhöhter Wachsamkeit auf Schiffs- und Flugreisen.
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