Hantavirus auf Kreuzfahrtschiff: Infizierte Passagiere flüchteten nach Todesfall
08. May 2026
Nach dem Tod eines Passagiers durch Hantavirus auf einem Kreuzfahrtschiff haben sich offenbar weitere Infizierte von Bord abgesetzt. Gesundheitsbehörden sind alarmiert.
Ein Todesfall auf einem Kreuzfahrtschiff sorgt für Aufsehen: Ein Passagier war an den Folgen einer Hantavirus-Infektion gestorben. Nun stellt sich heraus, dass weitere infizierte Personen das Schiff verlassen haben, bevor sie unter Quarantäne gestellt werden konnten. Die Behörden stehen vor einer schwierigen Aufgabe.
Ein Virus breitet sich aus
Hantaviren werden vor allem durch Nagetiere übertragen. Der Kontakt mit deren Ausscheidungen kann beim Menschen zu schweren Erkrankungen führen. Typische Symptome sind Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen sowie Übelkeit, in schweren Fällen kann es zu Nierenversagen oder Lungenödemen kommen. Der Erreger gilt als hochansteckend, eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist jedoch selten.
Warum sich das Virus ausgerechnet auf einem Kreuzfahrtschiff ausbreiten konnte, ist noch unklar. Fest steht: Nach dem Todesfall wurden mehrere Personen positiv getestet. Einige von ihnen verließen das Schiff bei einem Zwischenstopp, anstatt in Quarantäne zu bleiben. Das hat die Gesundheitsbehörden in Deutschland auf den Plan gerufen.
Verfolgung der Infizierten
Die Suche nach den ausgebrochenen Passagieren gestaltet sich schwierig. Sie stammen aus verschiedenen Ländern und sind vermutlich weiterverreist. Ärzte warnen vor einer weiteren Ausbreitung. Sie appellieren an die Betroffenen, sich umgehend zu melden, um Komplikationen zu vermeiden.
Patienten unter Beobachtung
In Krankenhäusern in Süddeutschland werden bereits mehrere Verdachtsfälle behandelt. Die Symptome ähneln denen einer schweren Grippe, was die Diagnose erschwert. Mediziner raten daher zu einem Bluttest, wenn jemand mit einem bestätigten Fall in Kontakt war.
Reaktion der Reederei
Die Kreuzfahrtreederei hat unterdessen mitgeteilt, dass das Schiff desinfiziert wurde und wieder regulär verkehrt. Man arbeite mit den Behörden zusammen, um die verbliebenen Gäste zu informieren. Kritiker werfen dem Unternehmen jedoch vor, zu zögerlich reagiert zu haben.
- Entschädigung für betroffene Reisende noch unklar
- Weitere Tests auf dem Schiff geplant
- Gesundheitsamt empfiehlt Nachuntersuchungen für alle Gäste der letzten Fahrt
Übertragungswege und Risiken
Hantaviren sind in Deutschland vor allem bei Rötelmäusen verbreitet. Eine Ansteckung erfolgt meist durch Einatmen von Staub, der mit Kot, Urin oder Speichel der Nagetiere verunreinigt ist. Ob es auf dem Kreuzfahrtschiff einen direkten Nagetierbefall gab, ist Gegenstand der Ermittlungen.