Der digitale Personalausweis, den es offiziell ab morgen in den Einwohnermeldeämtern gibt, ist mit einem sogenannten RFID-Chip ausgestattet. Auf diesem Chip werden die persönlichen Daten und ein Lichtbild gespeichert. Wer möchte, kann zusätzlich zwei Fingerabdrücke speichern lassen. Die Einführung des elektronischen Personalausweises wird damit begründet, dass die Identifikation des Ausweisinhabers beziehungsweise bestimmter Dokumente so besser erfolgen könne. Der RFID-Chip sei geeignet, um das Onlineshopping zu vereinfachen

und sicherer zu machen. Des Weiteren könnte auf dieser Grundlage Zeit eingespart werden, weil Behördengänge nicht mehr notwendig seien.
Prof. Dieter Kempf, Präsidiumsmitglied des Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien e.V., sieht laut einer Pressemitteilung Aufklärungsarbeit auf die für die Einführung des elektronischen Personalausweises Verantwortlichen zukommen: „Es gilt nun, die Breite der Bevölkerung umfassend über die zusätzliche Sicherheit und die neuen Möglichkeiten des elektronischen Personalausweises zu informieren.“
Auf der Homepage des Chaos Computer Club (CCC) ist zu lesen: „Das bisher hohe Niveau bei der Fälschungssicherheit des deutschen Personalausweises wird durch die übereilte Einführung eines sowohl konzeptionell schwachen als auch technisch fragwürdigen Großprojekts ohne Not unterminiert. Mit dem ePA ist der Diebstahl des zukünftig wichtigsten Dokuments eines jeden Bürgersvom Kinderzimmer-Computer aus möglich“, wurde Dirk Engling, ein Sprecher des CCC Ende September in dieser Meldung zitiert.
Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière sagte zum Thema „1. November 2010: Der neue Personalausweises kommt“ das Folgende: „Mit dem neuen Personalausweis stellt der Staat eine moderne Infrastruktur für ein vertrauenswürdiges Identitätsmanagement in der digitalen Welt bereit. Bürgerinnen und Bürger, Wirtschaft und Verwaltung können gleichermaßen von den neuen Einsatzmöglichkeiten profitieren. Ich selber werde meinen neuen Personalausweis am 9. November in meiner Heimatstadt Dresden beantragen und freue mich bereits jetzt darauf, mich künftig deutlich sicherer als bisher in der digitalen Welt bewegen zu können.“