Es geht um Hygieneartikel und Beautyprodukte aus Baumwolle beziehungsweise mit einem Baumwollanteil wie Binden, Tampons, Wattepads, Wattestäbchen, Taschentücher und Pflaster: Bei ihrer Anwendung könnte ein Krebsrisiko bestehen.

Wert von 100 Prozent ermittelt
Forscher der Nationalen Universität La Plata haben in dortigen Supermärkten Beauty- und Hygieneprodukte aus/mit Baumwolle in einer repräsentativen Anzahl gekauft und dann im Labor getestet. Das Ergebnis ihrer Untersuchungen lautet: In beinah jedem überprüften Artikel sind Wirkstoffe enthalten, die den Anwender krank machen können.

„85 Prozent der Proben wurden positiv auf Glyphosat getestet und 62 Prozent auf AMPA, das das Umweltmetabolit

ist“, so Dr. Damián Marino, Leiter des Forschungsprojekts, gegenüber der argentinischen Nachrichtenagentur Télam. „Aber im Bezug auf Baumwolle und sterile Baumwollgaze lag die Zahl bei 100 Prozent.“

Die Abkürzung „AMPA“ steht für „Aminomethylphosphonic“, zu Deutsch: Aminomethylphosphonsäure. Es ist das Hauptabbauprodukt von Glyphosat und wird im Boden mineralisiert: Im Vergleich zu Glyphosat wurde AMPA in der Umwelt öfter und in höherer Konzentration nachgewiesen.

Was ist Glyphosat?
Bei Glyphosat handelt es sich um eine chemische Verbindung, die seit der zweiten Hälfte 1970er Jahre international zur Bekämpfung von Unkraut in den Bereichen Landwirtschaft, Gartenbau und Industrie zum Einsatz kommt. Auch Otto-Normal-Verbraucher können Herbizide mit Glyphosat kaufen.

Es gibt Stimmen, die sagen, Glyphosat ist krebserregend. So gab die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im März 2015 bekannt, dass es in puncto Glyphosat als Krebsauslöser beim Menschen begrenzte Nachweise gebe.

Die Neubewertung von Glyphosat der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit und der EU-Mitgliedsstaaten wurde am 12. November 2015 veröffentlicht: Es sei unwahrscheinlich, dass Glyphosat krebserregend ist.

In Argentinien werden Baumwollfelder – meist wachsen darauf genmanipulierte Baumwollpflanzen – mit Clyphosat besprüht. Dass die von den argentinischen Forschern festgestellten Werte der untersuchten Proben so hoch ausfallen, könnte daran liegen, dass die Pflanzen auch dann noch besprüht wurden, als deren Knospen schon geöffnet waren.

Die Wissenschaftler äußerten sich sehr besorgt wegen der hohen Belastung von Verbandsmaterial und Gebrauchsutensilien: Über die Schleimhäute könnte der Mensch Clyphosat aufnehmen.

Gibt es eine Alternative?
Ja, die gibt es. Denn wer ganz sicher gehen will, dass er sich nicht selbst schadet durch die Nutzung der oben erwähnten Produkte, sollte Baumwollartikel mit Öko-Siegel kaufen. Sie beziehungsweise die Rohstoffe dürfen laut Anbau- und Produktionsrichtlinien nicht genmanipuliert sein und keine gesundheitlich bedenklichen Chemikalien enthalten.