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Freitag, der 5. Juni 2026

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Sport

WM 2026: FIFA plant umstrittene Neuerung bei Hymnen

Die FIFA will bei der Weltmeisterschaft 2026 ein neues Protokoll einführen: Auch die Ersatzspieler sollen beim Abspielen der Hymnen mit auf den Platz laufen. Der Verband verspricht mehr Inklusion – Kritiker befürchten eine Aufweichung der Tradition.

WM 2026: FIFA plant umstrittene Neuerung bei Hymnen

Ein neues Bild vor dem Anpfiff

Wenn bei der Fußball-Weltmeisterschaft 2026 in den USA, Kanada und Mexiko die Nationalhymnen erklingen, könnte sich das gewohnte Bild grundlegend ändern. Bislang stehen nur die elf Startspieler auf dem Feld, während die Ersatzbank und der Trainerstab im Innenraum oder in der Kabine verharren. Doch das soll sich laut aktuellen Planungen des Weltverbands FIFA ändern. Demnach sollen künftig alle nominierten Spieler einer Mannschaft – also auch die Reservisten – während der Hymnenzeremonie auf dem Platz präsent sein.

Das neue Protokoll ist Teil einer Reihe von Maßnahmen, mit denen die FIFA die WM 2026 als „inklusivste aller Zeiten“ präsentieren will. Die Idee dahinter: Jeder Spieler, der Teil des Kaders ist, soll in diesem feierlichen Moment sichtbar sein – unabhängig davon, ob er später zum Einsatz kommt oder nicht. Die Entscheidung fällt voraussichtlich im Laufe des Jahres, nachdem die technischen und logistischen Details mit den Gastgeberverbänden geklärt sind.

Reaktionen: Zuspruch und Skepsis

Während einige Nationalverbände die Geste als Zeichen des Teamgeists begrüßen, gibt es auch kritische Stimmen. „Die Hymnenzeremonie ist ein emotionaler Moment, der den Startelfspielern gehört“, zitiert die Sportschau einen nicht namentlich genannten Verbandsfunktionär. „Wenn alle 26 Mannschaftsmitglieder auf dem Platz stehen, geht der Fokus auf die Startelf verloren.“

Befürworter hingegen argumentieren, dass vor allem junge oder weniger bekannte Spieler durch das neue Format mehr Wertschätzung erfahren. In anderen Sportarten, wie etwa im Eishockey, sei es bereits üblich, dass der gesamte Kader bei der Hymne anwesend ist – warum also nicht auch im Fußball?

Historischer Rückblick

Die aktuelle Praxis, dass nur die Startelf während der Hymne auf dem Feld steht, etablierte sich in den 1990er Jahren. Zuvor liefen oft auch die Auswechselspieler mit ein. Die FIFA selbst hatte diese Regelung damals gestrafft, um die Zeremonie zu verkürzen und den TV-Ansprüchen gerecht zu werden. Die nun angedachte Kehrtwende wäre also in gewisser Weise eine Rückkehr zu den Wurzeln.

Logistische Herausforderungen

Neben der symbolischen Debatte gibt es auch praktische Hürden. Die WM 2026 wird mit 48 Mannschaften die größte aller Zeiten sein. Die Kader werden auf 26 Spieler aufgestockt. Wenn alle 26 plus Trainer und Betreuer auf dem Platz stehen, könnte die Zeremonie deutlich länger dauern. Die FIFA müsste die Zeitfenster zwischen den Spielen anpassen – und das in einem ohnehin engen Turnierplan.

Hinzu kommen Sicherheitsaspekte: In manchen Stadien sind die Laufwege von der Kabine zum Feld eng. Ein Massenauflauf aller Spieler könnte zu Verzögerungen oder Gedränge führen. Die FIFA hat jedoch angekündigt, dass man „machbare Lösungen“ prüfe und die Vereine und Spielergewerkschaften in die Entscheidung einbinden wolle.

Auswirkungen auf die TV-Übertragung

Die TV-Sender, die die WM übertragen, stehen ebenfalls vor neuen Anforderungen. Bislang konzentrieren sich die Kameras während der Hymnen auf die Startelf und einzelne Stars. Mit 26 Spielern pro Team würde das Bild unübersichtlicher. Die FIFA erwägt daher, spezielle Kamerapositionen oder -einstellungen zu entwickeln, um alle Spieler gleichzeitig zu erfassen – ohne die emotionale Wirkung der Hymne zu schmälern.

Doch die größte Frage bleibt: Wollen die Fans das überhaupt? In sozialen Medien zeichnet sich ein gemischtes Bild ab. Während einige User den Schritt als „längst überfällig“ loben, fürchten andere eine „Entzauberung“ des Moments. Einigkeit herrscht hingegen darin, dass die FIFA mit dieser Neuerung einmal mehr beweist, dass sie bereit ist, selbst an traditionsreichen Ritualen zu rütteln – im Namen von Modernisierung und Inklusion.

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