Asiatische Hornisse breitet sich in Österreich aus – Imker schlagen Alarm
06. June 2026
Die invasive Asiatische Hornisse hat Niederösterreich erreicht. Experten warnen vor massiven Schäden für die heimische Bienenzucht und fordern ein koordiniertes Vorgehen.
Die Asiatische Hornisse, ein ursprünglich in Ostasien beheimatetes Insekt, macht sich in Österreich breit. Nach ersten Sichtungen in Niederösterreich schlagen Imker und Naturschützer Alarm. Die Art gilt als aggressive Räuberin, die ganze Bienenvölker auslöschen kann.
Ein gefährlicher Eindringling
Anders als die heimische Hornisse hat die Asiatische Hornisse eine besondere Vorliebe für Honigbienen. Sie lauert vor den Fluglöchern der Bienenstöcke, erbeutet die heimkehrenden Sammlerinnen und dringt in die Nester ein, um Brut und Vorräte zu rauben. Ein einziges Hornissenvolk kann innerhalb weniger Wochen einen ganzen Bienenstand vernichten.
Die Einschleppung erfolgte vermutlich über Transportwege aus Südeuropa, wo sich die Art bereits stark ausgebreitet hat. Besonders in Frankreich und Teilen Deutschlands führt die Hornisse zu massiven Verlusten in der Imkerei.
Erkennungsmerkmale und Verbreitung
Die Asiatische Hornisse ist etwas kleiner als die heimische Art und hat auffällig gelbe Beinspitzen. Ihr Hinterleib ist überwiegend schwarz mit einer feinen gelben Binde. Die Nester baut sie bevorzugt hoch in Bäumen, aber auch an Gebäuden oder in Hecken.
In Niederösterreich wurden die ersten Nester bereits identifiziert und entfernt. Doch die Population wächst rasant. Experten befürchten, dass die Eindämmung ähnlich schwierig wird wie in anderen betroffenen Regionen.
Suche nach Gegenstrategien
Bislang gibt es keine wirksame Methode, die Asiatische Hornisse dauerhaft zu bekämpfen. Fallen können einzelne Königinnen abfangen, doch sobald ein Volk etabliert ist, sind sie kaum noch zu stoppen.
- Früherkennung durch Bürger und Imker
- Meldung von Sichtungen an die Behörden
- Professionelle Nestentfernung durch geschulte Teams
- Weitere Forschung zu biologischen Bekämpfungsmethoden
Einige Forscher setzen auf den Einsatz von Lockstoffen, um die Hornissen in spezielle Fallen zu lenken. Andere arbeiten an der Züchtung resistenterer Bienenrassen. Die Zeit drängt: Je früher die Ausbreitung gestoppt wird, desto geringer sind die Schäden für die heimische Artenvielfalt und die Landwirtschaft.
Was bedeutet das für die Region?
Niederösterreich ist eines der wichtigsten Bundesländer für die österreichische Imkerei. Tausende Bienenvölker produzieren hier Honig und bestäuben Obstplantagen und Feldfrüchte. Ein flächendeckender Befall mit der Asiatischen Hornisse könnte die Erträge erheblich mindern.
Imkervereine rufen zur Wachsamkeit auf und bieten Schulungen an, um die Hornisse sicher zu identifizieren. Die Landwirtschaftskammer hat eine Taskforce eingerichtet, die Verdachtsfälle koordiniert. Der Kampf gegen die invasive Art hat gerade erst begonnen – und er dürfte langwierig werden.