Beim Mutterkonzern "Deutsche Bahn" war am Montagabend von der Entdeckung von "Auffälligkeiten" bei Bremsversuchen die Rede, weshalb nun alle Bahnen mit einer bestimmten Laufleistung geprüft werden und vorerst nur noch ein Viertel der Berliner S-Bahnen eingesetzt werden kann. Was dazu führte, das am gestrigen Dienstag zahllose BVG-Nutzer planlos herumirrten, sich beim Warten auf Regionalzüge die Beine in den Bauch standen oder versuchten sich zu Hunderten in die letzten noch verkehrenden S-Bahnen zu quetschen, um über zeitintensive Umwege doch noch an ihr Ziel zu gelangen.

Auf Durchsagen in

Zügen, Ersatzbusse oder Hinweise zu Alternativrouten warteten viele vergeblich. Was die Stimmung in den noch verkehrenden S-, U- und Strassenbahnen nicht gerade verbesserte. Es wurde geschimpft, gepöbelt, geboxt und gedrängelt und kam mancherorts tatsächlich zu ernsthaften Handgreiflichkeiten. So sprach Personenverkehrsvorstand Ulrich Homburg nicht umsonst von einem "schwarzen Tag für Berlin und die S-Bahn". "Wir sind schockiert über diese Entwicklung, die nicht vorhersehbar war", so Homburg weiter.

Reisenden wird empfohlen, im Stadtkern auf U-Bahnen, Busse umzusteigen. Bei der S-Bahn will man versuchen das Internetangebot stündlich zu aktualisieren, damit die Reisenden ihre Routen entsprechend planen können. Die Berliner Verkehrsbetriebe, BVG, haben sich laut Senat bereit erklärt, mit der S-Bahn über Nothilfen zu sprechen.