Auch wenn manche Stadtbewohner versuchen die Tiere anzulocken und sie sogar füttern, sind und bleiben es unberechenbare Wildtiere die durchaus gefährlich werden können. Ein Wildschwein kann jederzeit, ohne für den Laien erkennbaren Grund angreifen. Vor allem Bachen mit Frischlingen sind sehr gefährlich."Es sind die falschen Tiere, um sie zu zähmen", so Marc Franusch, Sprecher der Berliner Forste.

Inzwischen nehmen die Berliner Förster bei der Eindämmung

der Wildschweinpopulation die Hilfe von so genannten Stadtjägern in Anspruch. Diese Jägern arbeiten weitestgehend ehrenamtlich. Sie werden in Naturalien bezahlt, sprich mit den Wildschweinen die sie auf dem Stadtgebiet schiessen dürfen. Wer sein Schwein nicht selbst essen will, erzielt bei dem Verkauf eines Tieres einen Kilopreis von 3 bis 5 Euro, wobei das durchschnittliche Gewicht eines Tieres in der Regel zwischen 20 und 60 Kilo liegt. Wird das Tier fachgerecht zerlegt angeboten, können bis zu 17 Euro pro Kilo erzielt werden.

Im vergangenen Jagdjahr mussten fast 500 Wildschweine im Stadtgebiet abgeschossen worden. Bisher mussten die Stadtjäger für den Abschuss jedes Schweins eine Genehmigung besorgen. Nur in akuten Gefahrensituationen wurde eine Ausnahme gemacht. Aus aktuellem Anlass und durch die Forderung von Anwohnern aus Eichkamp oder Westend werden jetzt auch unbefristete Vollmachten erteilt. Bachen mit Frischlingen sind während der Schonzeit selbstverständlich ausgeschlossen.

Auch sei das Abschiessen im Stadtgebiet nicht die Lösung schlechthin, sagt Franusch."Man kann die Wildschwein-Population mit vertretbaren jagdlichen Mitteln nicht kontrollieren."