Die Studie, aus der diese Angaben stammen, heißt „Achtsamkeit in Deutschland: Kommen unsere Kinder zu kurz?“. Sie wurde von Mitarbeitern der Universität Bielefeld im Auftrag der Bepanthen-Kinderförderung durchgeführt. Leiter dieser Achtsamkeitsstudie ist der Sozialpädagoge Prof. Dr. Holger Ziegler.

Er und sein Team haben einerseits untersucht, wie die Achtsamkeit der Eltern von Kindern und Jugendlichen wahrgenommen wird, und andererseits, welche Auswirkungen es haben kann, wenn die Heranwachsenden keine Aufmerksamkeit erfahren. Die Gruppe der Kinder umfasst die Sechs- bis Elfjährigen und die Gruppe der Jugendlichen die Zwölf- bis Sechzehnjährigen.

Keine Beachtung hat schlimme Folgen
Als Resultat der Studie steht fest, dass sich in Deutschland fast jedes dritte Kind (31 Prozent) und jeder fünfte Jugendliche (17 Prozent) von den Eltern nicht beachtet fühlt. Das entspricht 1,9 Millionen Kindern und Jugendlichen.

Die Folgen davon wögen schwer. Denn Kinder und Jugendliche, denen keine Beachtung geschenkt wird, hätten Defizite in puncto Selbstbewusstsein, Vertrauen, Lebenszufriedenheit und Empathiefähigkeit.

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Dazu Prof. Dr. Holger Ziegler in einer offiziellen Pressemitteilung vom 27. Juni 2017: „(…) nicht vorhandene Achtsamkeit ist für die Entwicklung von Kindern so gravierend wie ein Leben in Armut.“

Einkommen nicht entscheidend für Achtsamkeit
Zudem zeige die diesjährige Achtsamkeitsstudie, dass Achtsamkeit gegenüber Kindern und Jugendlichen „unabhängig vom sozioökonomischen Status, der Familienkonstellation und vom Migrationshintergrund gelebt“ wird.

Ein Kind beziehungsweise ein/e Jugendliche/r fühle sich unter anderem dann beachtet, wenn die Eltern fragen, wie der Tag war und wenn gemeinsam etwas unternommen wird. Entscheidend sind auch Zuneigungsbekundungen der Eltern für ihren Nachwuchs wie der folgende Satz: „Ich hab dich lieb.“

Darüber hinaus fühlen sich fast alle Kinder, die von ihren Eltern beachtet werden, geborgen (98 Prozent). Bei den beachteten Jugendlichen sind es 88 Prozent, die sich zu Hause auch geborgen fühlen.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Kinder, denen Aufmerksamkeit zuteil wird, seien außerdem empathiefähiger, können sich also besser in andere hineinversetzen.

Noch mehr Resultate der Untersuchung „Achtsamkeit in Deutschland: Kommen unsere Kinder zu kurz?“ und Zahlenbeispiele werden in der oben erwähnten Pressemeldung genannt.