Für die Überarbeitung des amtlichen Regelwerks ist der Rat für deutsche Rechtschreibung (RdR) zuständig. Ihm gehören Vertreter aus Deutschland (18 Mitglieder), Österreich (9 Mitglieder), der Schweiz (9 Mitglieder) sowie Liechtenstein (1 Mitglied), Luxemburg (1 Beobachter ohne Stimmrecht), Südtirol (1 Mitglied) und der Deutschsprachigen Gemeinschaft Belgiens (1 Mitglied) an.

Änderung: Warum großes ß?
Bisher musste bei der Schreibung mit großen Buchstaben aus einem Eszett – auch „scharfes S“ genannt – ein Doppel-S werden. Das ist nun nicht mehr notwendig, wie im neuen Paragrafen 25 (§ 25 E3) ausgeführt wird:

„Bei Schreibung mit Großbuchstaben schreibt man SS. Daneben ist auch die Verwendung des Großbuchstabens möglich. Beispiel: Straße – STRASSE – STRAẞE

Wie großes ß mit Tastatur schreiben?
Wer das große Eszett über die PC-Tastatur eingeben will, hat dafür diese Möglichkeiten:

1. Shift + Alt Gr + ß drücken oder (auf neueren Tastaturen) Alt Gr + H
2. Alt drücken und gedrückt lassen und nacheinander 7838 eingeben
3. 1E9E tippen und dann auf Alt + C drücken

Wer einen Mac nutzt, muss sich aktuell eine selbstgewählte Tastenkombination einrichten: im Menü Text über Option Sprache & Text die Symbol- und Textersetzung aktivieren.

Mobile Geräte wie Smartphones verfügen noch nicht über ein großes Eszett – vielleicht mit dem nächsten Update. Hier hilft nur: ein großes Eszett über den mobilen Browser suchen, kopieren und einfügen.

Rechtschreibung: Was ist noch neu?
Amtlich erlaubt ist jetzt die Großschreibung eines Adjektivs in Fällen wie „Goldene Hochzeit“ und „Neues Jahr“ (§ 63 E4): „Bei Funktionsbezeichnungen sowie bei Benennungen für besondere Anlässe und Kalendertage kann großgeschrieben werden, zum Beispiel: der erste/Erste Vorsitzende, der technische/Technische Direktor; die

goldene/Goldene Hochzeit, das neue/Neue Jahr“.

Einzelne Wortschreibungen wurden an den überwiegenden Schreibgebrauch angepasst. So wurden vom Rechtschreibrat beispielsweise die Schreibungen „Anschovis“, „Frotté“, „Grislibär“, „Joga“, „Ketschup“, „Komplice“, „Majonäse“, „Roulett“, „Varietee“ und Wandalismus“ gestrichen. Richtig heißt es nun nur noch: „Anchovis“, „Frottee“, „Grizzlybär“, „Yoga“, Ketchup“, Komplize“, „Mayonnaise“, „Roulette“, „Varieté“ und „Vandalismus“.

Was noch neu ist, steht in der Pressemeldung des Rats vom 29. Juni 2017. Die amtlichen Regeln zur Rechtschreibung gibt es hier im PDF-Format.