Mancher findet vielleicht, dass das nicht bedenklich viel Geld ist, Marion Kremer, Präsidiumsmitglied und Pressesprecherin des Bundesverbandes Inkasso, wägt jedoch ab. "Das scheint auf den ersten Blick keine hohe Summe". "Allerdings verfügen viele Jugendliche noch nicht über ein eigenes Einkommen. Und wer lediglich eine geringe Ausbildungsvergütung bekommt, für den sind bereits einige hundert Euro Schulden viel Geld, das sich nur ganz allmählich wieder zurückzahlen lässt."

Die meisten Schulden machen junge Leute mit Handys und Handyverträgen. Die sind aus dem Leben von Schülern und jungen Erwachsenen nicht mehr wegzudenken. "Die technischen Funktionen von Handys werden immer anspruchsvoller. Neue Dienste wie das Versenden von MMS-Bildnachrichten, das Herunterladen von Logos und Spielen sowie mobiles Surfen im Internet sind oft mit kaum überschaubaren Gebühren verbunden.

Hier sind auch die Eltern in der Pflicht, Kinder über die mit der Handy-Benutzung verbundenen Kosten genau zu informieren." Kremer fügt hinzu: "Es muss klar sein: Das Handy ist kein Spielzeug."

An zweiter Stelle steht das Shoppen. Klamotten und Accessoires gehören nun mal zu einem anständigen Styling. Gerade das Onlineshoppen verführt dazu mehr Geld auszugeben, als man tatsächlich zur Verfügung hat. Viele Dinge lassen sich auf Rechnung bestellen und so kann man kaufen, kaufen, kaufen, die Ware wird nach Hause geliefert und schnell wird verdrängt, dass diese noch bezahlt werden muss.

Da sehen die Unternehmer die

Eltern in der Pflicht. Sie müssten vermitteln, dass man nur so viel Geld ausgeben kann, wie man hat. Viele Jugendliche und junge Erwachsene haben gar kein ausreichendes Bewusstsein dafür, dass sie das geliehene Geld, beziehungsweise die Ware, auf Pump zurückzahlen müssen und kommen aus Familien, wo die Eltern selbst Schulden machen.

Auch an Schulen soll man mit der Zeit gehen und weiteren Schuldnern vorbeugen. "Der Bundesverband Inkasso fordert die Kultusminister der Länder dazu auf, den Umgang mit Geld und Schulden verstärkt in die Lehrpläne der Schulen zu integrieren. Das ist eine gute Investition in die Zukunft unserer Kinder."