Dörflein erlangte ungewollte Popularität als er das verwaiste Eisbärenbaby Knut im Berliner Zoo aufzog. Tag und Nacht wachte er bei Knut, bis dieser aus dem gröbsten raus war. Ganze 150 Nächte, selbst Weihnachten und Silvester nicht ausgenommen, schlief er auf einem Feldbett, an der Seite des kleinen Bären. Das trug ihm sogar Liebesbriefe und Heiratsanträge aus der ganzen Welt ein. Er kommentierte das schlicht mit: "Ich mache doch nur meinen Job". Und das tat er seit 25 Jahren, als Knut ihn weltweit berühmt machte.

Am heutigen Montag wurde Thomas Dörflein leblos in einer Wohnung in Berlin Wilmersdorf aufgefunden. Hinweise auf Suizid oder Fremdverschulden gibt es bisher nicht. Doch es heisst laut "dpa" er sei seit längerem schwer krank gewesen. Einzelheiten dazu wurden bislang nicht bekannt gegeben. Bei der Premiere des Kinofilms "Knut und seine Freunde“ im März war Dörflein zumindest nichts anzumerken.

Tierschützer Michael Aufhauser, der Dörflein vor einem Jahr mit dem Preis "Das Goldene Herz für Tiere“ ausgezeichnete, sagte " "Ich bin tieftraurig und überrascht über den Tod von Thomas Dörflein. Er wollte sich mit seiner Prominenz nicht über Knut stellen. Er wollte lediglich einem kleinen Tierbaby auf seinem Weg helfen und war ein demütiger und wahrhaftiger Tierfreund.“

Knuts liebevoller Ziehpapa

hinterlässt zwei Kinder, eine Tochter und einen Sohn. Ende letzten Jahres sagte er in einem Interview der "Berliner Morgenpost", er wolle im kommenden Jahr mal Urlaub machen und vor allem "ein super Opa sein". Wer Thomas Dörflein mit Knut gesehen hat kann sich vorstellen, dass er das sicher gewesen wäre.