Mieterbund warnt vor geplanten Wohngeld-Kürzungen
06. May 2026
Die Bundesregierung plant milliardenschwere Einschnitte beim Wohngeld. Der Mieterbund schlägt Alarm – und fordert eine Reform statt Kürzungen.
Die Bundesregierung plant offenbar tiefgreifende Kürzungen beim Wohngeld. Bis zu einer Milliarde Euro sollen eingespart werden, wie aus Kreisen des Bauministeriums verlautet. Der Deutsche Mieterbund reagiert mit scharfer Kritik: Die Pläne träfen vor allem Haushalte mit niedrigen und mittleren Einkommen, die ohnehin unter den gestiegenen Mietpreisen litten.
Wohngeld als soziales Instrument unter Druck
Das Wohngeld, das als Zuschuss zu den Wohnkosten dient, wurde erst 2023 deutlich reformiert und ausgeweitet. Nun sollen die Leistungen wieder beschnitten werden. Während die Regierung mit Einsparungen im Bundeshaushalt argumentiert, befürchten Sozialverbände eine Welle von Wohngeldverlusten – insbesondere in Großstädten, wo die Mieten zuletzt rasant gestiegen sind.
Wer wäre betroffen?
Nach Informationen der Zeitung „Die Zeit“ sind vor allem Haushalte betroffen, deren Einkommen knapp über den bisherigen Fördergrenzen liegt – etwa Alleinerziehende, Auszubildende und Rentner mit kleinen Bezügen. Der Mieterbund warnt davor, dass die geplanten Einschnitte die Schere zwischen Arm und Reich weiter öffnen würden.
Reaktionen und Alternativen
Die Opposition im Bundestag spricht von einem „sozialpolitischen Offenbarungseid“. Die Gewerkschaften fordern, das Wohngeld stattdessen an die Mietpreisentwicklung zu koppeln. Die Bau- und Wohnungswirtschaft appelliert an die Politik, nicht an den Wohnkosten zu sparen, sondern mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
Was bedeutet das für Mieter?
- Neuanträge könnten deutlich seltener bewilligt werden.
- Bestandsempfängern drohen Nachzahlungen oder Wegfall.
- Die Kommunen müssen mit höheren Sozialausgaben rechnen.
Hintergrund und Ausblick
Die Debatte um die Kürzung fällt in eine Zeit, in der die Wohnkostenbelastung für viele Haushalte ein Rekordniveau erreicht hat. Ob und in welcher Form die Einschnitte tatsächlich kommen, wird sich im Laufe des parlamentarischen Verfahrens zeigen. Der Mieterbund kündigt bereits Protestaktionen an – und verweist auf eine Studie, wonach jeder zweite Haushalt in deutschen Großstädten mehr als 30 Prozent seines Einkommens für Wohnen ausgeben muss.