BP
Blogpod

Drücke ESC zum Schließen

Aus aller Welt Beauty Filme Gadgets Games Gesellschaft Gesundheit Handy Kochen Literatur Lokale Nachrichten Mode Netzkultur Promis Reisen Sport Technik Wirtschaft
BP
Blogpod
Toggle sidebar

Donnerstag, der 21. Mai 2026

BLOG POD

Kochen

Kiwis aus dem Westerwald

J. Hein

28. June 2008

Google bevorzugte Quelle festlegen

Die "Actinidia deliciosa", oder schlicht "Kiwi", die man in deutschen Supermärkten kaufen kann, stammt überwiegend - nein nicht aus Neuseeland - sondern aus Italien. Erst an zweiter Stelle der führenden Produzenten steht Neuseeland.

Auch in Spanien, Frankreich, Chile, Griechenland und China wird die Schlingpflanze angebaut. Mit auf der Liste der Erzeuger könnte vielleicht bald Deutschland stehen.

Ewald Heuser aus dem Westerwald hat sich schon öfter im Anbau der Vitamin-C-reichen Frucht versucht. Doch, "die sind mir immer erfroren", sagt Heuser. Zumindest die "Männer". Und die braucht man nun mal auch zur Vermehrung. Die Kiwi ist eine sogenannte zweihäusige Pflanze, die zur Befruchtung eine weibliche und eine männliche Pflanze braucht. Hat die geklappt trägt die weibliche Pflanze die schmackhaften Früchte.

Im vorletzten Jahr plötzlich hatte Herr Heuser plötzlich Glück. Er überwinterte die empfindlichen Männer im Haus und von den weiblichen Pflanzen konnte er 2006 stolze 18 Kilo Früchte ernten. Er konnte sein Glück kaum fassen. Und 2007 kam´s noch dicker. Gigantische 100 Kilo Kiwis pflückte er von seinen Sträuchern. "Die Verwandtschaft machte alles mögliche damit", erinnert sich Heuser. Sogar für die Tombola zum Adventskaffee spendete Heuser Kiwis. Einige Kilos verkaufte er zu moderatem Preis - sechs Kiwis für zwei Euro. "Da gab es schon viele Interessenten, die mal die Westerwälder Kiwi probieren wollten", so Heuser. Geschmeckt hätten die Früchte wie andere Kiwis auch, "noch besser", sagten manche Verwandte.

Den gigantischen Anbauerfolg kann er sich auch nicht erklären. Nur eines steht fest, "dass es wärmer geworden ist, daran gibt´s keinen Zweifel." Früher, da habe es im Winter viele Nächte mit 20 Grad Minus gegeben, heute gebe es mal eine Nacht mit zehn oder elf Grad Minus. Der Standort begünstigt das Ganze vermutlich auch. Geschützt im Hühnerhof an einer Mauer klettert die Kiwi so vor sich hin. "Ich habe die noch nie gegossen oder gedüngt", beteuert Heuser. "Vielleicht liegt es ja am Hühnermist." Die weibliche Kiwi blüht jedenfalls fleißig, und Heuser prophezeit eine gute Ernte im November: "50 Kilo mindestens."

Mit dieser Prognose ist er im Vergleich zum Vorjahreserfolg noch bescheiden. Vielleicht werden es doch mehr und Ewald Heuser exportiert seine Westerwaldkiwi.
Zur Startseite