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Montag, der 8. Juni 2026

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Gesellschaft

Millionen Baby-Boomer von Wohnarmut im Alter bedroht

5,1 Millionen Menschen der Babyboomer-Generation könnten im Alter von Wohnarmut betroffen sein. Eine Studie zeigt alarmierende Zahlen: Viele haben kaum Rücklagen und geringe Renten.

Millionen Baby-Boomer von Wohnarmut im Alter bedroht

Eine ganze Generation droht abzustürzen

Die geburtenstarken Jahrgänge der Baby-Boomer nähern sich dem Rentenalter. Doch für Millionen von ihnen droht der Lebensabend nicht in finanzieller Sicherheit zu enden, sondern in prekären Wohnverhältnissen. Einer aktuellen Berechnung zufolge sind rund 5,1 Millionen Menschen dieser Generation akut von Wohnarmut bedroht. Das bedeutet, dass ihnen nach Abzug der Miete oder Kreditbelastungen kaum noch Geld für den Alltag bleibt.

Die Ursachen sind vielfältig: Viele Baby-Boomer haben im Laufe ihres Erwerbslebens nur geringe Einkommen erzielt, konnten wenig Rücklagen bilden oder haben nie Wohneigentum erworben. Gerade in den westdeutschen Ballungsräumen, aber auch in Ostdeutschland, verschärft sich die Lage durch steigende Mieten. Hinzu kommt, dass die gesetzliche Rente für viele nicht ausreicht, um die Wohnkosten zu decken.

Die alarmierenden Zahlen

Die Berechnungen zeigen eine dramatische Entwicklung: Von den 5,1 Millionen betroffenen Baby-Boomern haben rund 2,4 Millionen nur eine Rente von unter 800 Euro zu erwarten. Bei Mietpreisen, die in Großstädten oft die Hälfte des Einkommens verschlingen, ist das existenzbedrohend. Besonders hart trifft es dabei ein Bundesland, in dem die Einkommen traditionell niedriger sind und die Rentenanwartschaften geringer ausfallen: Mecklenburg-Vorpommern.

  • 2,4 Millionen Baby-Boomer mit Rente unter 800 Euro
  • Steigende Mieten in Städten verschärfen die Situation
  • Fehlendes Wohneigentum als Risikofaktor

Ursachen der Misere

Die Baby-Boomer, also die zwischen 1955 und 1969 Geborenen, haben in einer Zeit des wirtschaftlichen Wandels gearbeitet. Viele erlebten den Niedergang der Industrie, Phasen der Arbeitslosigkeit oder mussten sich mit prekären Beschäftigungsverhältnissen arrangieren. Dadurch sind ihre Rentenansprüche oft niedrig. Zudem konnten viele trotz Vollzeitarbeit nie ausreichend Geld für eine Immobilie ansparen. Die Mietpreisentwicklung der letzten Jahre hat die Lage zusätzlich eskaliert.

Ein weiterer Faktor ist die Demografie: Die Baby-Boomer sind eine sehr große Kohorte, die jetzt in Rente geht. Der Generationenvertrag gerät dadurch unter Druck. Während die Zahl der Beitragszahler schrumpft, steigt die Zahl der Rentenempfänger. Das System kann die Versprechen der Vergangenheit kaum noch halten.

Was bedeutet Wohnarmut konkret?

Wohnarmut definiert sich dadurch, dass die Wohnkosten so hoch sind, dass nach ihrer Begleichung das verbleibende Einkommen unter der Armutsrisikoschwelle liegt. Das bedeutet nicht nur Verzicht auf Konsum, sondern auch auf gesellschaftliche Teilhabe. Betroffene können sich oft keine angemessene Heizung leisten, müssen in überbelegten oder sanierungsbedürftigen Wohnungen leben oder sind von Zwangsräumung bedroht. Für viele Baby-Boomer, die ihr Leben lang gearbeitet haben, ist dieser Absturz eine bittere Erfahrung.

Regionale UnterschiedeAnteil betroffener Baby-Boomer in %
Mecklenburg-Vorpommern28,5 %
Sachsen-Anhalt23,1 %
Bayern12,4 %
Hamburg15,2 %

Die Tabelle zeigt, dass die neuen Bundesländer besonders stark betroffen sind. In Mecklenburg-Vorpommern liegt der Anteil der Baby-Boomer, die von Wohnarmut bedroht sind, bei fast 29 Prozent – ein alarmierender Wert. In wirtschaftsstarken Ländern wie Bayern fällt die Quote mit gut zwölf Prozent deutlich niedriger aus, liegt aber dennoch auf einem Niveau, das politisches Handeln erfordert.

Was politisch getan werden müsste

Experten fordern ein Bündel von Maßnahmen. Dazu gehören eine Stärkung der gesetzlichen Rente durch höhere Beiträge oder Steuerzuschüsse ebenso wie ein Ausbau des sozialen Wohnungsbaus. Zudem müssten Mieterhöhungen stärker reguliert und der Kündigungsschutz verbessert werden. Auch die Förderung von Wohneigentum für untere und mittlere Einkommen könnte helfen, die Altersarmut zu mildern.

Ein weiterer Punkt ist die Beratung: Viele Betroffene wissen nicht, welche Hilfen ihnen zustehen, etwa Wohngeld oder Grundsicherung im Alter. Hier könnten niedrigschwellige Angebote helfen. Doch die Politik ist gefordert: Ohne ein Umsteuern droht eine soziale Katastrophe für eine ganze Generation, die das Wirtschaftswunder Deutschlands mitgetragen hat. Die Frage ist: Wird die Politik rechtzeitig handeln?

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