86 Menschen soll Breivik auf Utøya systematisch hingerichtet haben. Und die Zahl der Opfer wäre vielleicht noch höher gewesen, wenn es nicht ein paar kleine Wunder gegeben hätte.

So berichtet die "taz" über den 21-jährigen Adrian Pracon, der dem Attentäter der sich als Polizist ausgab Auge in Auge gegenüber stand und überlebte. "Ich flehte, dass er nicht abdrückt - und er tat es nicht."

Wie viele andere war Adrian vor seiner Begegnung mit Breivik

ins Wasser geflohen. Er musste jedoch umkehren weil ihm im kalten Wasser mit schwerer Kleidung die Luft ausging.

Bei der Flucht ans rettende Ufer erhielten andere Jugendliche und junge Erwachsene überraschend Hilfe vom gebürtigen Mecklenburger Marcel Gleffe und seiner Familie. Auf ihrem Campingplatz in Utvika hörten sie die Schüsse und sahen als sie an Ufer gehen auch die panischen Menschen im Wasser.
Marcel Gleffe fuhr trotz der Gefahr mit einem gemieteten Boot mehrmals zur Insel und half so vielen Jugendlichen wie er konnte. Dabei konnte er sogar den Attentäter sehen. "Überall im Wasser schwammen Jugendliche. Ich warf ihnen Schwimmwesten zu und zog die, denen es am schlechtesten ging, ins Boot", sagt Marcel Gleffe. "Alle schrien, aber sie halfen sich gegenseitig", wird Gleffe beim "Spiegel" zitiert.

Ein Norweger, Kasper Ilaug, wurde von einem Freund gar telefonisch alarmiert und zur Hilfe mit seinem Fischerboot aufgerufen. "Er sagte: 'Du musst das Boot nehmen und Menschen von Utøya retten, weil dort etwas Schreckliches passiert'", berichtete der Mann, der CNN.

Insgesamt sollen Urlauber rund 150 Menschen die von Utøya flohen mit Booten aufs Festland evakuiert haben.