Helene Hegemann habe sich an den geistigen Ergüssen eines Berliner Blogger gütlich getan. Das jedenfalls behauptet Deef Pirmasens, der unter www.gefuehlskonserve.de ebenfalls ein Blog betreibt. Die Jungautorin habe ganze Passagen ihres Buches aus dem im vorigen Jahr veröffentlichten Roman „Strobo – Technoprosa aus dem Berghain“ übernommen. Autor ist der bloggende Airen. Zum Beispiel heißt es darin auf Seite 106: „Ich habe

ein Grad Fieber sowie ein knappes Promill Alkohol im überhitzten Blut.“ In „Axolotl Roadkill“ liest sich das auf Seite 23 folgendermaßen: „Ich habe Fieber, Koordinationsschwierigkeiten, ein Promille im überhitzten Blut...“
Die Beschuldigte selbst hat sich bereits geäußert, wie in einer von ihrem Verlagshaus lancierten Stellungnahme in Erfahrung gebracht werden kann. So sei sie „total gedankenlos und egoistisch“ gewesen, weil sie nicht alle Menschen erwähnt habe, deren Texte und Gedanken sie zu Hilfe genommen habe. Dennoch verteidigt sie ihre Vorgehensweise. „Das, was wir machen, ist eine Summierung aus den Dingen, die wir erleben, lesen, mitkriegen und träumen“, so Hegemann. „Originalität gibt's sowieso nicht, nur Echtheit.“
Deef Pirmasens ist nicht böse auf Helene Hegemann, sondern auf ihren Verlag. „Helene Hegemann ist 17, hat ihren ersten Roman geschrieben (der mir auch gefällt) und dabei geschludert. Ich verlange von einem Teenager keine totale Professionalität, sondern gestehe ihr auch zu, Fehler zu machen. Kritischer sehe ich den Ullstein Verlag, der es anscheinend versäumt hat, das Skript genau auf verwendete Quellen hin zu prüfen“, ist auf www.gefuehlskonserve.de nachzulesen.
Ullstein-Geschäftsführerin Siv Bublitz erklärte unterdessen, ihr Haus versuche beim Verlag des anderen Romans eine nachträgliche Genehmigung zu erhalten.