Installation
Hat man die c.a. 700 MB von www.atari.com/actofwar heruntergeladen, geht die Installation von Act of War sehr rasch vonstatten. Sie beschränkt sich auf die Installation der Windows Media Format 9 Laufzeitumgebung (wmfdist.exe) und weiter auf simples Entpacken des SFX-RAR-Archivs und hinterlässt c.a. 1,5 GB an Daten.

Gameplay
Wie immer muss sich ein neues Spiel an dem Angebot des Marktes messen lassen, so auch Act of War.
Hat man sich an die Grafik gewöhnt, so lässt das Demo hoffen. Im Gegensatz zu den Infanterie-Einheiten, wo leider sehr an Details gespart wurde, ist die das Spiel bis auf das Wasser wirklich gut gestaltet.
Überzeugt haben mich die ausgedehnten Häuserschlachten, wo es nun endlich möglich ist, mit eigenen Einheiten in ein besetztes Haus einzudringen und die Sache drinnen endgültig zu klären. Schön ist auch, dass je nach Haustype, die Einheiten auf Balkonen oder dem Flachdach stehen und sich an das Gebäude anpassen. Glücklicherweise kann man auch nur dann aus dem Haus schießen, wenn wirklich eine Schusslinie zum Ziel existiert und nicht -einmal im Haus -, rundherum schießen kann, wenn nicht einmal ein Riss in der Wand ist.
Das inhaftieren von verletzten Gegner ist ein lustiges Gimmick, was unsinniger Weise Geld bringt und deshalb gemacht werden sollte.
Die bewaffneten Aufklärungsdrohnen sind preiswert und haben eine überzeugende Zerstörungskraft. Hier sollte man nicht sparen, einmal gestartet schalten Sie alles selbsttätig aus.
Da meine Buggys gleich am Anfang zerstört wurden kann ich nur sagen, die Fahrzeuge sind viel zu schwach gepanzert. Eine Truppe Infanteristen (ohne Raketenwerfer) schaltet einen Panzer locker aus, das ein einzelner Raketenwerfer mit einem Schuss einen Buggy zerstört ist hingegen gut, da realistisch.
Als hartes Brot hingeben

erweisen sich die Bunkerstellungen des Gegners, hier verschleißt man schon einiges an Infanterie. Aber da Gott die Infanterie liebt hat uns Eugene Systems einen Scharfschützen gegeben, der bei den Aufräumarbeiten behilflich ist.
Leider machte sich die Erfahrung welche die Truppen sammeln können im Spiel nicht bemerkbar, was sehr schade ist.

Handling
Das Menü ist sehr schön strukturiert. Die In-Mission Briefings sind sehr gut integriert und laufen in kleinen Bildschirmen ab. Zusatzwaffen wie Kampfflugzeuge und Drohnen sind in einem aufrufbarem Menüs stets zugriffsbereit.
Was sehr stört, ist, dass man den Cursor nicht lösen kann, will sagen, es ist immer eine Einheit oder ein Gebäude angeklickt, was mitunter zu Komplikationen führt. Warum laufen meine frisch gebauten Einheiten plötzlich quer über die Karte? Ach so der Startpunkt wurde bei der letzten Schlacht ins feindliche Hauptlager gelegt 
An alle anderen Aktionen gewöhnt man sich sehr schnell, man muss sich nur von seinem aktuellen Toptitel wegdenken.

KI
Bei der KI wurde offensichtlich gespart. Die Demoversion beinhaltet nur eine Mission, und zwar Mission 6 des normalen Spiels. Beim Test war der Schwierigkeitsgrad auf Experte eingestellt, was der höchsten Stufe entspricht.
Trotzdem schaffte es der Gegner nicht in die Basis einzudringen, obwohl diese lediglich von einem Bunker verteidigt wurde … der Gegner sendete immer kleine Schafherden mit c.a. 5-10 Mann, die gnadenlos an dem Bunker aufgerieben wurden. Hier muss nachgebessert werden!

Etwas tiefer im System
Im Verzeichnis \Code\Shader\zzgencg\ liegen diverse *.ccg Dateien, die Pixel- oder Direct-X 9 Vertex Shader enthalten, abgelegt als Assembler Instruktionen. Für die Bastler unter uns ein feines Studienobjekt.

Python v2.3 wird mitgeliefert. In AOW_datalight_PythonModules.zip und datalight_PythonModules.zip finden sich diverse .pyc-Dateien, compilierte Python Scripte. Da Phyton als Kompilat wie Java oder C# Bytecode und keinen Maschinencode generiert, ist hier ein interessanter Ansatz für Modder, da sich die .pyc-Dateien zu 100% rückübersetzen lassen. Alles vorrausgesetzt, in der Final Version ist dem auch noch so.

Als kleinen Joker der Entwickler. Im Briefing wird die Uhrzeit mit 0815HRS angezeigt. Zwar benutzt das militärische Zeitformat 4 Stellen, doch ist es etwas zu gewollt 
Der Überwachungssatellit meldet sich mit M05SAT eine mögliche Anspielung auf den Mossad.

Um fair zu bleiben...
... gegenüber der Grafik, muss ich hinzufügen dass mein antiquierter Computer mit einem Intel Pentium 4 mit 2,4 GHz 1024 MB Arbeitsspeicher und einer Radeon 9600 (?)Grafikkarte mit 128 MB Grafikspeicher ausgestattet ist.

Insgesamt ein durchwachsener Eindruck. Da die Demo aber am 1/10/04 oder 12/01/2005 erstellt wurde, hatten die Entwickler hoffentlich noch genug Zeit um die letzten Schwächen auszutreiben.
Ich persönlich werde mir das Spiel kaufen und darauf vertrauen, dass die Entwickler Ihre Zeit genutzt haben.