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Mittwoch, der 24. Juni 2026

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Narges Mohammadi nach Herzinfarkt aus Haft entlassen – Lebensgefahr besteht weiter

Die iranische Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi wurde nach einem Herzinfarkt in eine Teheraner Klinik verlegt. Ihre Anwälte und internationale Beobachter warnen vor einer akuten Lebensgefahr.

Narges Mohammadi nach Herzinfarkt aus Haft entlassen – Lebensgefahr besteht weiter

Akute medizinische Notlage

Die Friedensnobelpreisträgerin Narges Mohammadi befindet sich nach einem Herzinfarkt in kritischem Zustand. Die 53-Jährige wurde unter Auflagen aus der Haft entlassen und in eine Klinik in Teheran gebracht. Ihre Angehörigen und Anwälte haben nur eingeschränkten Zugang zu ihr. Nach Angaben von Menschenrechtsorganisationen leidet Mohammadi seit Jahren unter unzureichender medizinischer Versorgung im Gefängnis.

Der Herzinfarkt ereignete sich am vergangenen Wochenende. Mohammadi wurde zunächst in der Haftanstalt behandelt, bevor sie auf Druck ihrer Anwälte und internationaler Proteste hin in ein Krankenhaus verlegt wurde. Die iranischen Behörden stellen die Behandlung jedoch unter strenge Auflagen: Die Klinik wurde angewiesen, Mohammadi nicht zu entlassen, ohne dass die Justiz zustimmt.

Warnungen vor lebensbedrohlicher Lage

Ihre Anwälte sprechen von einer äußerst akuten Gefahr für ihr Leben. Sie kritisieren, dass Mohammadi nicht die notwendige intensivmedizinische Betreuung erhält. Zudem sei unklar, ob sie nach der Behandlung zurück ins Gefängnis muss. Die Nobelpreisträgerin war 2022 zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden, unter anderem wegen ihrer Rolle bei den Protesten gegen die iranische Regierung.

Internationale Organisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch haben ihre sofortige und bedingungslose Freilassung gefordert. Auch die deutsche Bundesregierung hat sich besorgt geäußert und die iranische Führung aufgefordert, Mohammadi eine umfassende medizinische Versorgung zu gewährleisten.

Jahrelanges Martyrium

Narges Mohammadi ist eine der prominentesten politischen Gefangenen im Iran. Sie wurde mehrfach verhaftet und zu langen Haftstrafen verurteilt. Ihre Gesundheit hat sich im Gefängnis kontinuierlich verschlechtert. Bereits 2023 wurde sie in den Hungerstreik getreten, um gegen die Haftbedingungen zu protestieren. Damals erzwang sie durch den Streik Zugang zu medizinischer Behandlung.

Die Friedensnobelpreisträgerin teilt ihr Schicksal mit unzähligen anderen politischen Gefangenen im Iran. Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen werden im Iran systematisch Regimekritiker und Oppositionelle inhaftiert und medizinisch unterversorgt. Die internationale Gemeinschaft hat mehrfach Protest eingelegt, jedoch ohne durchgreifenden Erfolg.

Symbol des Widerstands

Narges Mohammadi steht für den ungebrochenen Widerstand gegen die iranische Führung. Sie wurde im Oktober 2023 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet, den sie jedoch nicht persönlich entgegennehmen konnte. Ihre Familie nahm die Auszeichnung in Oslo stellvertretend entgegen. In einer Videobotschaft aus dem Gefängnis rief Mohammadi damals zu einer Fortsetzung des Kampfes gegen Unterdrückung und für Frauenrechte auf.

Ihr Fall hat weltweit große Aufmerksamkeit erregt. Dennoch ist die internationale Gemeinschaft bisher nicht in der Lage gewesen, ihren Zustand entscheidend zu verbessern. Die iranischen Behörden lassen keinen unabhängigen Arzt zu, und diplomatischer Druck scheint an der Realität vor Ort abzuprallen.

Was nun?

Die nächsten Stunden und Tage werden entscheiden, ob Narges Mohammadi ausreichend behandelt wird. Ihre Anwälte bereiten juristische Schritte vor, um eine dauerhafte Freilassung aus medizinischen Gründen zu erzwingen. Ob die iranische Justiz dem nachkommt, ist angesichts der politischen Lage ungewiss. Fest steht: Die Friedensnobelpreisträgerin schwebt in akuter Lebensgefahr – und die Welt blickt hin.

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