Vorigen Freitag wurden die Pläne durch die ICANN, die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers, veröffentlicht. Diesen zufolge soll es bald möglich sein, komplette Adressen für das World Wide Web mit chinesischen, persischen, arabischen, kyrillischen oder Schriftzeichen auf Hindi zu registrieren. Dies betrifft sowohl die Adresse selbst als auch die Zeichen nach dem Punkt, wie zum Beispiel „.de“ oder „.de“ für Deutschland. Das bisherige Internetkürzel „.cn“ für China etwa könnte dann zum ersten Mal durch

chinesische Schriftzeichen ersetzt werden.
„Das ist die größte technische Änderung für das Internet seit seiner Erfindung vor 40 Jahren“, so Peter Dengate Thrush, Vorsitzender des ICANN-Verwaltungsrats. So sei die Einführung von arabischen, chinesischen, griechischen oder kyrillischen Domain-Namen „eine fantastisch komplizierte technische Angelegenheit“.
Bisher konnten nur Internetadressen mit lateinischen Schriftzeichen vergeben werden, da das technische Verfahren zum Einsetzen von Zeichen anderer Sprachen noch nicht möglich war. Denn jede Adresse muss in eine Zahlenkombination übersetzt werden: die IP-Adresse. Das Dolmetschen wird von so genannte Namensservern ausgeführt: Deren Wörterbuch war beschränkt auf den ASCII-Schriftsatz, den American Standard Code for Information Interchange. Und eben dieser enthält nur lateinische Schriftzeichen. Mit dem neuen Verfahren wird doppelt übersetzt: Vom universalen Schriftsatz Unicode in ASCII und dann in die IP-Adresse, so dass nun zum Beispiel auch Schriftzeichen der chinesischen Sprache übertragen werden können.